Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Sony hat plötzlich mehr als tausend Spiele eines einzelnen Publishers aus dem PlayStation‑Store entfernt — ein Schritt, der die Diskussion um sogenannte Shovelware und fragwürdige Veröffentlichungspraktiken neu entfacht. Für Spieler stellt sich jetzt die Frage: Was bedeutet das für gekaufte Inhalte, die Sichtbarkeit von Indie‑Titeln und künftige Qualitätskontrollen im Store?
In den vergangenen Monaten rückte eine Welle von Billigproduktionen und zum Teil KI-gestützten Klonen in den Fokus der Community. Nutzerberichte und Beschwerden über minderwertige Spiele, die häufig nur minimale Unterschiede in leicht abgewandelten Versionen aufwiesen, häuften sich.
Fast 1.200 Titel eines Publishers entfernt
Betroffen ist demnach der deutsche Publisher ThiGames: Rund 1.194 Einträge für PS4 und PS5 sind nach aktuellen Beobachtungen plötzlich nicht mehr über den Store erreichbar. Viele der entfernten Releases traten mehrfach in marginal veränderten Varianten auf — zum Beispiel unter Titeln wie „The Jumping Pizza“, „The Jumping Taco“ oder diversen Ablegern der „Quiz Thiz“-Reihe.
Tomb Raider-Remaster spaltet Fans: KI-gestaltete Outfits ziehen Ärger auf sich
AliExpress Jubiläumsaktion: jetzt Gutscheine nutzen und bis zu 100 € sparen
Diese Produktionen zeichneten sich meist durch einfache Technik und geringen Spielinhalt aus. Häufiges Motiv: sehr schnelle, leicht zu erreichende Platin‑Trophäen, die gezielt Trophäen‑Sammler ansprachen. Teilweise war eine Platin‑Auszeichnung in wenigen Minuten möglich.
Aktuell führen alle bekannten Store‑Links zu Fehlermeldungen, Suchanfragen im PS‑Store bleiben ohne Treffer, und Sony listet die Titel nicht mehr auf seiner Website.
Zum Vergleich: Nur wenige Publisher haben ähnlich viele Einträge im PSN. Berichte listen etwa eastasiasoft (~2.018 Spiele), Ratalaika Games (~1.279) und Webnetic (~1.222) als besonders aktive Anbieter — ThiGames liegt mit knapp 1.200 Titeln ebenfalls weit oben.
Steht die Löschung im Zusammenhang mit neuen Richtlinien?
Parallel zu der Bereinigung veröffentlichten Sony, Microsoft und Nintendo kürzlich eine gemeinsame Erklärung, in der strengere Regeln zum Schutz von Spielerinnen und Spielern angekündigt werden. Darin wird auch betont, man wolle klarer gegen problematische Inhalte vorgehen.
Ob die Entfernung der ThiGames‑Spiele direkt Folge dieser Initiative ist, ist derzeit offen. Weder Sony noch der Publisher haben offiziell reagiert oder Gründe genannt.
Die Reaktionen aus der Community sind erwartbar gespalten: Viele begrüßen den Schritt als überfällige Bereinigung des Stores. Andere, vor allem jene, die gezielt auf schnellen Trophäenfortschritt aus sind, zeigen sich weniger erfreut. Wiederholt wird auch ein schärferer Umgang mit KI‑generierten Covergrafiken und Massenveröffentlichungen gefordert.
Für Spieler bedeutet das vor allem: Wer solche Titel besitzt, sollte prüfen, ob sie noch im eigenen Account sichtbar oder spielbar sind. Entwickler echter, qualitativ hochwertiger Spiele könnten hingegen von einer Aufräumaktion profitieren, da die durchschnittliche Qualität der Store‑Angebote wieder ansteigen dürfte.
Ob weitere Publisher folgen und wie streng Sony künftig bei der Zulassung vorgeht, bleibt abzuwarten. Klar ist nur: Plattformbetreiber stehen unter Druck, ihre Stores sowohl sicherer als auch übersichtlicher zu gestalten — zum Vorteil der seriösen Entwickler und der Spielerschaft.












