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- Upgrade der 2023er-Generation mit neuen Treibern
- Die Fairbuds sind sehr teuer
- Hochwertiges Stoffdesign, frische Farbe
- Gewicht und Tragekomfort
- Abschaltautomatik statt Trageerkennung
- Gelungene Steuerung, schlichte App
- Dem Klang fehlt es an Klarheit
- Connectivity nur mit den Basics
- ANC und Transparenzmodus nicht gut abgestimmt
- Gute Stimmübertragung beim Telefonieren
- Gelungene Akkulaufzeit
- Fazit: Gutes Gewissen oder Top-Technik
Die Überarbeitung der Fairbuds XL besticht vor allem durch ihr nachhaltiges Design und ihre Langlebigkeit. Doch was nützt das, wenn die grundlegenden Funktionen nicht überzeugen können? Weder der Klang noch die aktive Geräuschunterdrückung konnten uns im Test überzeugen.
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Die Fairbuds XL wurden Anfang Dezember 2025 eingeführt und sind seitdem zum Preis von 249 Euro erhältlich. Sie sind die Nachfolger der ersten Generation der Fairbuds XL, die seit Mitte 2023 im Handel erhältlich ist.
Die Fairbuds XL wurden Anfang Dezember 2025 vorgestellt und sind seitdem für 249 Euro erhältlich. Sie beerben die erste Generation der Fairbuds XL, die seit Mitte 2023 im Handel ist.
Upgrade der 2023er-Generation mit neuen Treibern
Ein Vorteil gegenüber “normalen” Over-Ear-Kopfhörern ist der modulare Ansatz: Beide Generationen können mit einfachen Mitteln komplett zerlegt werden, praktisch alle Komponenten lassen sich separat kaufen, auf dieser Website bietet Fairphone Ersatzteile an, etwa einen neuen Akku für 20 Euro.
Wenn etwas kaputt geht, muss man keine neuen Kopfhörer kaufen, sondern tauscht einfach ein Bauteil aus. Fairphone ermöglicht sogar Upgrades: Die neuen 40-Millimeter-Treiber der 2025er Generation sind mit den Vorgängern kompatibel. Man kann seine alten Fairbuds also mit neuen Treibern aufwerten.
Die Fairbuds sind sehr teuer
Das sollte man im Hinterkopf behalten, bevor man sich über den Preis aufregt. Denn mit 250 Euro sind die Over-Ears nicht gerade günstig, sondern Oberklasse, wie ein Preisvergleich zeigt: Die stylischen Nothing Headphones (465 Punkte im connect-Test) gibt es bereits für 229 Euro, genauso wie Sonys kultige XM5 (452 Punkte im connect-Test). Die Liste ließe sich mit den Flaggschiffen von JBL, Bose und B&W fortsetzen, jeweils zwar nicht die neuesten Modelle, aber die Vorgängergenerationen, mit einer umfangreichen App, super Klang und vielen Finessen.
Das sind starke Wettbewerber, modularer und nachhaltiger Ansatz hin oder her.
Hochwertiges Stoffdesign, frische Farbe
Das Design der Fairbuds wurde 2025 deutlich aufgewertet. Das einfache Kunstleder von Bügel und Ohrpolstern wurde durch Stoffgewebe ersetzt, das nicht nur besser aussieht, sondern sich auch haptisch ganz anders anfühlt. Die Farben sind frischer und kräftiger, sowohl in der grünen als auch der schwarzen Variante – im Gegensatz zum Modell von 2023, das eher grau als schwarz war. Die Konstruktion wirkt wieder robust und widerstandsfähig, sie ist nach IP54 zertifiziert und somit spritzwassergeschützt. Ein leichter Regenschauer sollte also kein Problem darstellen.
Gewicht und Tragekomfort
Der modulare Aufbau hat jedoch an anderer Stelle seine Nachteile. Dass die Ohrmuscheln massiver sind und etwa ein Drittel dicker sind als vergleichbare Over-Ears, ist dabei noch das geringste Problem. Viel schwerwiegender ist das hohe Gewicht, denn mit 328 Gramm machen sich die Fairbuds XL deutlich bemerkbar. Im Vergleich: JBLs Tour One M3 wiegen nur 280 Gramm, Sonys XM6 sogar nur 252 Gramm. Es gibt nur wenige andere Modelle in der Schwergewichtsklasse von Fairphone, uns fallen da eigentlich nur die Nothing Headphones ein.
Zum hohen Gewicht gesellen sich ein hoher Anpressdruck und eine straffe Stoffpolsterung. Das ist keine gute Kombination, nach ein paar Stunden kann es unangenehm werden. Andererseits sitzen die Fairbuds XL fest und sicher auf den Ohren.
Abschaltautomatik statt Trageerkennung
Wir haben die Trageerkennung vermisst. Die Fairbuds XL spielen einfach weiter, wenn man sie abnimmt. Immerhin ist eine Abschaltautomatik eingebaut, sodass sich die Kopfhörer nach 30 Minuten Inaktivität ausschalten. Wenn man sie jedoch abnimmt und Musik läuft, spielen sie weiter, bis der Akku leer ist.
Gelungene Steuerung, schlichte App
Die Steuerung übernehmen die Fairbuds von den Vorgängern, was eine gute Entscheidung ist, denn der Mini-Joystick, der alle zentralen Steuerfunktionen (Vor, Zurück, Start, Stopp, lauter, leiser) übernimmt, reagiert präzise und gefällt uns besser als Touch oder Tasten.
Die Fairphone-App hat leider wenig zu bieten. Es stehen nur vier Sound-Presets zur Verfügung, von denen wir “Amsterdam” empfehlen. Mit einem 5-Band-Equalizer kann man den Klang weiter anpassen, aber den Kopfhörer ganz verfärbungsfrei zu bekommen, gelingt nicht, insbesondere bei Mittelstellung aller Klangregler entsteht ein minimal dumpfer Klang.
Dem Klang fehlt es an Klarheit
Mit dem “Amsterdam” Preset klingen die Fairbuds insgesamt noch ausgewogen. Der Grundton ist basslastig, auf Kosten der Mitten und Höhen, die etwas verfärbt sind. Es mangelt an Feinzeichnung, einen klaren und differenzierten Klang haben wir bei den Fairbuds XL vermisst, etwas, das Konkurrenzprodukte in dieser Preisklasse besser können.
Connectivity nur mit den Basics
Bei der Konnektivität bieten die Fairbuds XL kaum mehr als die Grundlagen, was bei diesem hohen Preis zu wenig ist. Die Verbindung zum Smartphone erfolgt über den nicht mehr ganz aktuellen Standard Bluetooth 5.1, neben den grundlegenden Codecs SBC und AAC wird auch Qualcomms AptX HD unterstützt. Das bedeutet: Wer ein Smartphone von einem Hersteller ohne Qualcomm-Lizenz hat (zum Beispiel Samsung), kann kein HiRes-Audio übertragen. Außerdem fehlen LDAC und der moderne LE-Standard mit Auracast.
Immerhin bietet Multipoint die Möglichkeit, dass die Fairbuds XL gleichzeitig mit Laptop und Smartphone verbunden sein können.
ANC und Transparenzmodus nicht gut abgestimmt
Über die breite und gut abgesetzte Taste über dem Joystick kann man zwischen Transparenz, Noise Cancelling und passivem Modus wechseln. In der App hat man keinen Einfluss darauf, entsprechend ist es auch nicht möglich, die Stärke der Geräuschunterdrückung manuell anzupassen.
Die Geräuschunterdrückung bei den Fairbuds XL ist nicht auf dem Niveau vergleichbarer Over-Ears. Schon mit der passiven Dämpfung fällt auf, dass sie überraschend schwach ist: Wir messen nur 1 dB, also fast keine Dämpfung. Liegt es am Stoffbezug der Ohrpolster, der zu viel durchlässt? Wenn man die Fairbuds XL aufsetzt, gibt es kaum einen Dämpfungseffekt. Mit aktiviertem ANC wird es besser, aber die Intensität der Geräuschunterdrückung bleibt niedrig. Wir haben eine mittlere Dämpfung von 7 dB gemessen, was nicht ausreicht, um in einem Flugzeug oder im Zug zu entspannen. Im Vergleich: Die JBL Tour One M3 bieten durchschnittlich 6 dB Dämpfung (passiv) beziehungsweise 24 dB (aktiv).
Das bedeutet: Die Fairbuds XL dämpfen mit aktivem Noise Cancelling etwa so effektiv wie die JBL Tour One M3 mit passivem Noise Cancelling.
Auch der Transparenzmodus ist nicht gelungen. Mit den Fairbuds XL auf den Ohren macht es kaum einen Unterschied, ob der Modus aktiviert ist oder nicht. In beiden Fällen liegt ein leichter dumpfer Schleier über der Umgebung. Ein Transparenzmodus macht so wenig Sinn, zumal bei genauem Hinhören ein leises Rauschen zu hören ist.
Gute Stimmübertragung beim Telefonieren
Beim Telefonieren schneiden die Fairbuds XL dagegen gut ab. Die eigene Stimme wird gut und voluminös übertragen – bei vielen Kopfhörern ist das ein Schwachpunkt, da die Mikrofone so weit vom Mund entfernt sind, dass der Träger blechern und dünn klingt.
Umgebungsgeräusche werden von den Fairbuds XL zwar herausgefiltert, aber das Niveau liegt im unteren Mittelfeld. Viele Kopfhörer (wie Boses QC Ultra) bieten eine bessere Geräuschunterdrückung.
Gelungene Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit des Over-Ear von Fairphone kann voll überzeugen, das war bereits eine Stärke des Vorgängers. Mit aktiviertem ANC erreichen die Fairbuds XL 26 Stunden, was in etwa dem Niveau von Boses Quiet Comfort Ultra und Sonys XM6 entspricht. Es gibt zwar Modelle, die länger durchhalten (Sennheiser Momentum, JBL Tour One M3), aber 25 Stunden sind ein solides Niveau und mehr als ausreichend auch für längere Reisen.
Positiv: Fairphone hat eine Schnellladefunktion integriert, sodass nach 15 Minuten bereits 50 Prozent aufgeladen sind.
Fazit: Gutes Gewissen oder Top-Technik
Mit den Fairbuds XL 2025 setzt Fairphone erneut den Fokus auf Reparierbarkeit und eine nachhaltige Produktion. In diesem Bereich sind die Over-Ear-Kopfhörer der Konkurrenz weit voraus. In allen technischen und klanglichen Belangen sind jedoch “normale” Premium-Kopfhörer besser. Sie bieten mehr Funktionen, mehr Anpassbarkeit und einen besseren Klang. Eine nachhaltige Produktion und Top-Technik scheinen sich derzeit noch auszuschließen. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies in naher Zukunft ändert.












