neuer Test: Shokz OpenFit Pro begeistert als Innovationstreiber

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Shokz präsentiert mit dem OpenFit Pro ein neues Topmodell im Open-Ear-Segment, das sogar über eine aktive Geräuschunterdrückung verfügt. Das erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich, ist es aber nicht.

Open-Ear-Kopfhörer liegen immer noch voll im Trend, und einer der wichtigsten technischen Vorreiter auf diesem Feld ist Shokz. Mit knochenschallleitenden Sportkopfhörern setzt der amerikanisch-chinesische Hersteller schon seit 2011 auf eine Kopfhörerwiedergabe mit komplett freien Ohren. Die Spezialkopfhörer im unverkennbaren Nackenbügelformat liefen damals noch unter dem Markennamen „AfterShokz“, erst 2021 wurde der Markenname zu „Shokz“ verkürzt.

Dann ging es Schlag auf Schlag: 2023 kam mit dem OpenFit der erste komplett kabellose Open-Ear-Kopfhörer mit konventionellen Treibern im Ohrbügel-Format. 2024 folgte der technisch leicht abgespeckte, klanglich aber sogar etwas ausgereiftere OpenFit Air und 2025 der OpenFit 2 mit komplett neuem Zwei-Wege-Konzept, den es sowohl in der regulären als auch in einer Plus-Variante mit kabelloser Ladefunktion und Dolby-Audio-Klangoptimierung gibt. Kurz danach wurden auch noch die OpenDots One mit einem wiederum neu entwickelten Doppel­treiber im derzeit besonders angesagten Ohrclip-Format vorgestellt.

Und dieses Produktfeuerwerk geht nun munter weiter: Mit dem OpenFit Pro legt Shokz zur CES in Las Vegas Anfang 2026 ein neues Flaggschiff nach, das mit einem Listenpreis von 249 Euro deutlich über dem bisherigen Topmodell OpenFit 2+ mit einem ursprünglichen Listenpreis von 199 Euro rangiert.

Man darf also hohe Ansprüche hegen, und die werden bereits äußerlich erfüllt: Die Ladeschale wurde mit einer umlaufenden Applikation aus Aluminium veredelt und klappt nun viel souveräner zu. Sie ist deutlich breiter, aber auch etwas flacher. So lässt sie sich immer noch gut in Jacken- oder Hosentaschen verstauen, bietet mit 820 statt 600 mAh jedoch mehr Akkukapazität. Die genügt für bis zu 50 Stunden autarken Betrieb.

Das hochwertige Design setzt sich bei den beiden Ohrhörern fort. Das Hauptgehäuse sowie der hintere Teil des Ohrbügels bestehen ebenfalls aus Aluminium, während alle anderen Stellen, die direkt mit dem Ohr in Kontakt kommen, mit besonders weichem Silikonmaterial überzogen sind. Mit 25 g pro Paar sind die Ohrhörer aber signifikant schwerer als beim nahezu formgleichen OpenFit 2+. Das mindert ein wenig das extrem komfortable Tragegefühl, das man von den bisherigen Shokz-Modellen kennt. Für einen stabileren Halt werden dafür zwei Adapterstücke mitgeliefert, die man an die Ohrbügel anklemmen kann.

Intern arbeitet im OpenFit Pro ein wiederum neu entwickelter, nun 11 x 20 mm großer Dual-Membran-Treiber, mit dem der Pro vor allem in Sachen Basswiedergabe noch einmal deutlich zulegt. Die satten Beats auf dem Peter-Fox-Album „Stadt­affe“ gab er genauso straff und konturiert wieder wie die groovigen Jazzbass-Linien auf Hiromis Trio-Album „Alive“. Das war klanglich noch einmal deutlich runder als beim OpenFit 2+ und würde zusammen mit dem hochwertigen Auftritt den Aufpreis bereits rechtfertigen.

Shokz ergänzt sein neues Topmodell aber auch noch mit einer aktiven Geräuschunterdrückung, die aufgrund des Open-Ear-Konzepts zwar keine Wunder vollbringen kann, aber die Sprachverständlichkeit in lärmerfüllten Umgebungen verbessert. Ist es dagegen ruhig, wirkt die selektive Reduzierung im Mitteltonbereich fast etwas unangenehm, weil das Gehör sie nicht gewohnt ist. Dazu kommen noch eine sehr gute 3D-Wiedergabe, die dank Kopf-Tracking räumlich stabil bleibt, und ein 10-Band-EQ, der eine feinfühlige Klangjustage ermöglicht.

Notizen aus dem Messlabor

Der direkte Vergleich mit den Vorgängermodellen zeigt, dass Shokz mit jedem neuen Typ einen lauteren und verzerrungsärmeren Bass erreicht hat, obgleich man nicht das Fundament konventioneller In-Ears erwarten darf. Das aktuelle Modell stemmt immerhin 94 dBSPL (100 Hz). Der Frequenzgang ist ausgewogen, die bei der Messung am Kunstkopf auftretende Überhöhung bei 4 kHz ist durch die Gehörgangresonanz bedingt, sie bedeutet also keinen schrillen Klang. Die Dämpfungswirkung des ANC im Bass ist konstruktionsbedingt gering, mittlere Frequenzen werden aber spürbar leiser – ohne ANC bleibt die gewohnt natürliche Umweltwahrnehmung erhalten.

Fazit

Shokz lässt nicht nach: Schickes Design, toller Klang und interessante Zusatzfunktionen wie eine aktive Geräuschunterdrückung machen den OpenFit Pro zu einem würdigen neuen Topmodell.

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