Bungie-Extraction-Shooter getestet: Langzeitspaß oder Frustfalle?

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Bungies neuer Mehrspieler-Shooter “Marathon” ist seit dem 5. März 2026 auf dem Markt und spaltet die Community: Für Fans von intensiven Extraction-Matches bietet das Spiel starke Emotionen, gleichzeitig stehen aber eine sperrige Benutzeroberfläche und ein hartes Lernprofil zwischen dem Titel und einem breiten Publikum. Warum das jetzt relevant ist: Wer sich für kompetitives Teamspiel oder Solo-Risiko interessiert, sollte wissen, worauf er sich einlässt.

In einer meiner Matches geriet ich gegen Ende mit fast leerer Munition und geschwächten Schilden in den Brennpunkt. Meine Mitspieler fielen nacheinander, das gegnerische Team erschien schneller als erwartet — und nur ein knapper Fluchtpunkt rettete mich. Solche Adrenalin-Momente prägen “Marathon” und erklären, warum manche Spieler dem Titel lange treu bleiben werden.

Für wen das Spiel am besten funktioniert

Die Erfahrung hängt stark davon ab, wie ihr spielt. In einer festen Gruppe entfaltet “Marathon” seine Stärken: Abstimmung, geteilte Ressourcen und das gemeinsame Durchstehen brenzliger Situationen schaffen intensive Teamdynamiken.

Mit Zufallsspielern reduziert sich vieles auf kurze, nonverbale Absprachen; VOIP ist in der Praxis selten aktiviert. Ich habe sowohl überraschend gut funktionierende spontane Teams erlebt als auch Runden, in denen sich die Spieler sofort zerstreuten und das Match zum Glücksspiel wurde.

Spielgefühl: präzises Gunplay, flüssige Bewegungen

Technisch und haptisch überzeugt “Marathon” in mehreren Punkten: Das **Waffenverhalten** fühlt sich satt an, Treffer haben spürbares Gewicht, und das Zusammenspiel von Doppelsprüngen, Boosts und Slides macht die Bewegung dynamisch. Besonders Klassen mit Mobilitätsfähigkeiten erlauben schnelle Positionswechsel und kreative Fluchtmanöver.

Allerdings gibt es noch Makel: Gelegentliche Probleme beim Interagieren mit Objekten — etwa beim Aufnehmen von Items oder beim Klettern — stören den Spielfluss, und der Grafikstil ist polarisierend: er gibt dem Spiel Charakter, kann aber auch Übersicht kosten.

Progression, Beute und erzählerischer Rahmen

Die Fortschrittsmechanik verbindet wiederkehrende Loot-Runden mit dauerhaftem Fortschritt: Perks und Fertigkeiten bleiben erhalten, selbst wenn Ausrüstung verloren geht. Das schafft Anreize, langfristig zu spielen und schwierige Einsätze zu wiederholen.

  • Auftragsstruktur: Sechs große Konzerne liefern Missionen, die ein wenig Richtung geben — vom Aktivieren von Terminals bis zum Ausschalten bestimmter Gegner.
  • Langzeitmotivation: Solide, aber nicht übermäßig vielfältig; die Jobs bleiben genretypisch und könnten auf Dauer repetitiv wirken.
  • Individualisierung: Viele Mod-Möglichkeiten, doch die Menüs sind unübersichtlich und wenig motivierend.

Balance, PvP und Solo-Spiel

Im PvP fallen Balanceprobleme gelegentlich ins Gewicht: Unterschiedliche Loadouts können zu Frustmomenten führen, und Sniper-Positionen oder koordinierte Gruppenangriffe dominieren manche Begegnungen.

Als Solo-Spieler ist der Einsatzstil deutlich defensiver; manche Klassen sind auf Einzelkämpfe zugeschnitten, doch Fehler werden hier oft sofort bestraft. Wer häufig allein spielt, sollte sich auf hohe Frustrationstoleranz einstellen.

Was Bungie noch nachbessern sollte

Der schwächste Bereich ist derzeit das Onboarding: Neueinsteiger werden von einer komplizierten Benutzeroberfläche und schwer verständlichen Menüs gebremst. Das reduziert die Massenkompatibilität deutlich.

  • UI & Onboarding: Verständlichkeit vor Funktionalität verbessern.
  • Item-Management: Inventar und Mod-System brauchen Vereinfachung und klarere Informationen.
  • Interaktion: Bugs beim Aufheben/Benutzen von Objekten beseitigen.

Fazit — kurz und aktuell

“Marathon” ist kein unmittelbarer Nachfolger für jedermann. Es ist ein erfolgreiches, in Teilen sehr befriedigendes **Extraction-Spiel**, das in seinen Kernmechaniken glänzt, aber durch Einstiegshürden und Interface-Probleme gebremst wird. Für erfahrene Spieler oder Gruppen mit hoher Koordination lohnt sich der Einsatz — Casual-Spieler werden hingegen eher abgeschreckt.

Wichtig: Diese Einschätzung basiert auf rund 25 Stunden Spielzeit seit dem Launch am 5. März 2026 und gilt als vorläufig. Bungie hat bereits angekündigt, in den kommenden Wochen nachzubessern; deshalb kann sich das abschließende Urteil noch verändern.

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