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Tauchen Sie ein in eine Welt, in der Bässe massieren und Stille wirklich still ist. Wir haben den neuesten Wurf aus Cupertino getestet. Lohnt sich das Upgrade? Auch für audiophile Ohren?
Schauen wir uns zunächst die Technik im Detail an. Unter der edlen Haube des Over-Ears arbeitet nun der leistungsstärkere H2-Chip, der die Performance maßgeblich verbessert. Dieser winzige, aber mächtige Prozessor verfügt über mehr als eine Milliarde Transistoren, was einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorgänger H1 entspricht, während gleichzeitig ein unerbittlicher Fokus auf eine hohe Energieeffizienz gelegt wurde. Diese enorme Rechenleistung ermöglicht ein verbessertes ANC, das laut Herstellerangaben bis zu 1,5-mal effektiver arbeitet als bei der vorherigen Generation. Ein völlig neuer, adaptiver ANC-Algorithmus wurde speziell für den H2-Chip und das einzigartige Array aus insgesamt acht Mikrofonen entwickelt. Er nutzt Erkenntnisse aus vorherigen Modellen, um die Mikrofoneingaben kontinuierlich abzustimmen, und passt die Geräuschunterdrückung nahezu in Echtzeit an, sodass Außengeräusche optimal herausgefiltert werden, selbst wenn man vom Zug auf eine laute Straße wechselt.
Darüber hinaus spendiert der Hersteller dem Gerät einen neuen Verstärker mit größerem Dynamikumfang. Er liefert bei geringer Verzerrung noch mehr Leistung, wodurch Musik lauter und kristallklar wiedergegeben werden kann. In Kombination mit den eigens entwickelten 40-Millimeter-Treibern und einem von Grund auf neu gestalteten digitalen Signalprozessor (DSP) wird eine noch akkuratere und konsistentere Basswiedergabe sowie eine stark verbesserte Instrumentenortung erreicht. Die zusätzliche Bandbreite des H2 erlaubt zudem einen fortschrittlichen adaptiven Equalizer, der den Klang kontinuierlich an Kopfform, Ohrform und Sitz anpasst. Eine wesentliche Neuerung für echte Audiophile ist die Unterstützung von verlustfreiem Audio. Mit dem mitgelieferten USB-C-Kabel liefert das Headset makelloses 24-Bit/48-kHz Lossless Audio von den meisten USB-Quellen, wie Desktop-Rechner oder Tablets direkt an die Ohren. Gleichzeitig richtet sich die Technik an Gamer und professionelle Kreative: Die niedrige Latenz von unter 15 Millisekunden bei einer Kabelverbindung an einem Mac oder iPad soll das Abmischen und Aufnehmen von Spuren in Echtzeit ermöglichen.
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Doch der H2-Chip schaltet noch weitere intelligente und alltagstaugliche Software-Raffinessen frei. Das System “Adaptive Audio” mischt das ANC nahtlos mit dem Transparenzmodus, um prioritisiert genau die Geräusche durchzulassen, die im jeweiligen Moment wirklich wichtig sind. Eine clevere Konversationserkennung senkt automatisch die Medienlautstärke, sobald der Träger zu sprechen beginnt. Für Video-Content-Macher gibt es obendrein eine praktische Kamera-Fernauslösung über das Drücken und Halten der Digital Crown sowie eine Aufnahmefunktion in Studioqualität. Dank fortschrittlicher Beamforming-Mikrofone und maschinellem Lernen wird die menschliche Stimme isoliert und störender Hintergrundlärm reduziert. Selbst Siri wird intuitiver in den Alltag integriert: Ein einfaches Nicken mit dem Kopf reicht aus, um einen Anruf anzunehmen, ein sanftes Kopfschütteln lehnt ihn ab, was besonders bei vollen Händen ungemein praktisch ist. Eine spannende, durch Apple Intelligence angetriebene Neuerung ist die Live-Übersetzung, die Sprachbarrieren bei persönlichen Gesprächen fließend überwindet.
Auch an die Umwelt wurde gedacht: Die Magnete bestehen zu 100 Prozent aus recycelten Seltenen Erden. Getragen wird all das von einem Edelstahl-Kopfbügel, der von einem atmungsaktiven Netzgewebe überspannt wird, um den Druck optimal auf dem Kopf zu verteilen.
Praxis im Alltag
In der Praxis punktet das Gerät sofort durch seine Optik, die im Vergleich zum Vorgänger aber nicht verändert wurde, bis auf neue Farben. Der Kopfhörer besitzt nach wie vor einen hohen Wiedererkennungswert; jeder sieht auf den ersten Blick, dass es sich um ein Apple-Produkt handelt. Die Verarbeitung glänzt mit fünf dezenten, aber äußerst schicken Farbvarianten: Polarstern, Mitternacht, Blau, Violett und Orange. Die Haptik zeigte sich im Test robust, das Design aus eloxiertem Aluminium wirkt hochwertig und massiv. Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass sich die Ohrpolster bei Verschleiß problemlos austauschen lassen. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch der fest verbaute Akku, der sich leider nicht vom Nutzer selbst wechseln lässt. Hier sollte Apple nachbessern, andere Hersteller können das inzwischen.
Lossless Audio über das USB-C-Kabel ist ein großer Pluspunkt für Puristen, und es funktionierte im Test tadellos. Im Test glänzten vor allem die vielen kleinen Komfortfunktionen. Die Konversationserkennung, die adaptive Lautstärkeregelung und das Spatial Audio mit seinem überzeugend realistischen Headtracking zählen nach wie vor zu den besten am Markt. Wer tief im Ökosystem des Herstellers verwurzelt ist, darf sich über ein grandioses Umschalten zwischen unzähligen Quellen freuen; hier gibt es keine lästige Multipoint-Beschränkung auf lediglich zwei verbundene Geräte. Egal ob MacBook, iMac, iPad, iPhone oder sogar Apple TV, alle Geräte lassen sich gleichzeitig verbinden und schalten im Test meist problemlos um. In der Praxis ist das ein unschätzbarer Vorteil.
Allerdings zeigt sich auch eine Kehrseite der Medaille: Viele der hervorragenden Funktionen stehen bedauerlicherweise ausschließlich in Verbindung mit anderen Apple-Geräten zur Verfügung. Trotz des überaus leistungsfähigen H2-Chips sucht man ein App-übergreifendes Equalizer-Konzept vergebens. Ein EQ ist nur über die hauseigene Musik-App zugänglich und beschränkt sich auf eine Auswahl an Presets. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das mitgelieferte Zubehör. Zwar versetzt das Smart Case den Kopfhörer in einen extrem stromsparenden Modus, der den Akku über Monate schont, es handelt sich jedoch nicht um ein echtes Hardcase. Die offene Tasche ist zweifelsohne funktionell und schick, bietet beim Transport im vollgepackten Rucksack aber keinen echten mechanischen Schutz. Die vielbeworbene KI-Funktion der Live-Übersetzung befindet sich augenscheinlich noch in einem Beta-Stadium. Im Test funktionierte das System zwar schon erstaunlich gut, an der Handhabung sollte der Hersteller aber definitiv noch feilen. Die Benutzung benötigte im Alltag noch etwas Zeit und eine gewisse Lernkurve.
Der Klang auf dem Prüfstand
Als wir den Kopfhörer aufsetzten, zeigten die AirPods ein exzellentes ANC, das uns augenblicklich in eine Oase der absoluten Ruhe versetzte. Der Transparenzmodus ist unbestritten der beste seiner Klasse und ließ Außengeräusche so herrlich natürlich ans Ohr dringen, als trügen wir gar keinen Kopfhörer.
Klanglich präsentierte sich das Modell mit einem weitgehend ausgewogenen Klangbild, das durch eine leichte Bassanhebung und eine eher warme Abstimmung charakterisiert wurde. Positiv fiel zudem auf, dass es keine merklichen Veränderungen oder Verfälschungen des Klangs gab, ganz gleich, ob das ANC, der Transparenzmodus oder alle Systeme vollständig deaktiviert waren. Der Sound blieb stets stabil und vorbildlich dynamisch.
Bei unserem ersten Testsong, “Until the End” von Myrath, zeigte der Kopfhörer sein großes musikalisches Herz. Dieser saubere Metal-Track mit seiner markanten Mischung aus männlichen und weiblichen Stimmen verlangte dem Schallwandler einiges ab. Doch die Over-Ears lieferten eine dynamische Wiedergabe der druckvollen Stimmung. Der Bass rollte wie ein wuchtiges, aber exzellent kontrolliertes Gewitter über die Ohren, ohne dabei die filigranen Mitten zu überdecken oder unangenehm zu wummern.
Beim Prog-Metal-Klassiker “Pneuma” von Tool zeigte der Apple ein akkurates Timing und den knackigen, geradezu knochentrockenen Impulsen der Drums. Aufgrund der tendenziell warmen Gesamtabstimmung wirkten die schnellen Becken und die HiHat jedoch stellenweise verhangen und hätten für meinen Geschmack eine Nuance mehr Brillanz und Luftigkeit im Hochtonbereich vertragen können.
Wechsel in ruhigere Gefilde: Anette Askviks “Liberty” offenbarte eine sehr intime und wunderschöne Abbildung ihrer fragilen Stimme. Die Norwegerin schwebte wie eine leuchtende, zarte Kugel greifbar nah im virtuellen Raum, vermittelte uns jede noch so kleine emotionale Nuance und sorgte für anhaltende Gänsehaut. Die reine Stereo-Bühne hätte bei diesem intimen Stück zwar noch etwas weiter aufgefächert sein dürfen, doch mit zugeschaltetem Spatial Audio verbesserte sich die räumliche Darstellung maßgeblich und riss die imaginären Wände des Hörraums auf.
Meister der Soundtracks
Seine absolute Paradedisziplin fand der Hörer jedoch ganz klar bei der Wiedergabe von Videos und Filmen. Hier brillierte der Kopfhörer auf ganzer Linie. Die Kombination aus Spatial Audio und dem frappierend realistischen Headtracking brachte ein überzeugendes, mächtiges Kino-Feeling direkt auf die heimische Couch. Wenn Raumschiffe über den Kopf donnerten oder Dialoge exakt an den Bildschirm genagelt blieben, während wir den Kopf drehten, zeigte sich die wahre Magie. Das machte bislang schlichtweg kein anderer Kopfhörer auf dem Markt besser!
Fazit
Apple liefert hier wieder einmal ein herausragendes Stück Technik, das besonders Apple-Nutzer und Filmfans begeistern dürfte. Die Verarbeitung ist erstklassig, der Klang herrlich warm und das Head-Tracking bleibt unerreicht. Wer ein iPhone oder andere Apple Zuspieler besitzt wird hier definitiv fündig und glücklich. Kleine Mankos, wie beispielsweise der fehlende EQ sollte der iPhone-Hersteller noch beheben.












