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New Yorks Gesetzgeber wollen Firmen das Schalten sogenannter „Ghost Jobs“ erschweren – eine Reaktion auf wachsende Beschwerden von Arbeitssuchenden, die Zeit in Bewerbungen investieren, ohne jemals eine echte Vakanz vorzufinden. Der Vorstoß zielt darauf ab, Transparenz beim Veröffentlichungszeitraum zu erzwingen und Bewerber:innen vor unnötigem Aufwand zu schützen.
Wie häufig sind fingierte Anzeigen?
Forschungs- und Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass solche Scheinangebote kein Randphänomen mehr sind. Karrieredaten von Stepstone zeigen, dass Hochschulabsolvent:innen häufig Dutzende Bewerbungen verschicken müssen – mit einem erheblichen Zeitaufwand pro Bewerbung.
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Internationale Umfragen und Analysen liefern ähnliche Signale: Nutzerzahlen von Recruiting-Plattformen sowie Recherchen großer Medienhäuser legen nahe, dass ein spürbarer Anteil der ausgeschriebenen Jobs nie wirklich zu besetzen ist. Anbieter von Recruiting-Software und Medienrecherchen schätzen, dass zwischen knapp einem Fünftel und mehr als einem Fünftel der Inserate problematisch sein könnten.
Worum geht es im Entwurf konkret?
Der Gesetzentwurf richtet sich an Arbeitgeber mit mindestens 100 Beschäftigten und an Plattformen, die Jobs veröffentlichen. Firmen müssten künftig angeben, bis wann sie eine Stelle voraussichtlich besetzen wollen, sofern dieser Zeitraum innerhalb von 90 Tagen liegt.
Außerdem sollen Inserate nach einer erfolgreichen Besetzung nicht mehr dauerhaft stehen bleiben: Die Anzeige muss in einem engen Zeitfenster entfernt werden, andernfalls drohen finanzielle Sanktionen. Gelingt die Verabschiedung durch Gouverneurin Kathy Hochul, werden Unternehmen in New York verpflichtet, diese Transparenzvorgaben umzusetzen.
Warum Unternehmen falsche Stellen posten
Die Motive hinter Ghost Jobs sind unterschiedlich. Häufig entstehen sie technisch: Ausschreibungen bleiben auf Drittplattformen sichtbar, nachdem eine Stelle intern bereits besetzt wurde. Eine Untersuchung zeigte, dass ein nennenswerter Anteil von Inseraten länger als einen Monat online blieb, obwohl die Akquise gestoppt worden war.
Daneben gibt es strategische Gründe: Manche Arbeitgeber wollen einen Bewerberpool aufbauen, andere erfüllen gesetzliche Vorgaben oder möchten gegenüber Investoren Aktivitäten demonstrieren. Hinzu kommt ein neuer Faktor: Betrüger:innen nutzen zunehmend KI-Tools, um sich als geeignete Kandidat:innen auszugeben – das erschwert die Lage für echte Bewerber:innen zusätzlich.
Anzeichen für eine mögliche Scheinstelle
- Kein oder altes Veröffentlichungsdatum auf dem Inserat
- Die Ausschreibung erscheint wiederholt oder mehrfach in kurzer Zeit
- Die Stelle ist auf Jobbörsen sichtbar, taucht aber nicht auf der offiziellen Firmenkarriereseite auf
- Die Beschreibung bleibt ungewöhnlich vage oder listet keine konkreten Aufgaben
- Kontaktwege sind unklar oder es fehlt ein eindeutiger Ansprechpartner
Welche Folgen drohen bei Verstößen?
Der Entwurf sieht eine Geldbuße in Höhe von 2.500 Dollar pro Verstoß vor; bleibt ein Inserat über einen längeren Zeitraum online, kann die Strafe steigen. Ziel ist es, Druck auf Arbeitgeber und Plattformbetreiber auszuüben, ihre Anzeigenpflege zu verbessern und Bewerbungswege transparenter zu gestalten.
Für Jobsuchende würde eine Umsetzung bedeuten: weniger vertane Zeit und klarere Signale darüber, ob eine Bewerbung wirklich Sinn macht. Für Unternehmen könnte das Gesetz zu organisatorischen Anpassungen führen — etwa einem strikteren Lifecycling von Inseraten oder besseren Schnittstellen zwischen internen HR-Systemen und externen Jobbörsen.
Ob und wie solche Regeln über New York hinaus Nachahmer finden, bleibt offen. Entscheidend wird sein, wie Plattformen und Arbeitgeber die technischen und administrativen Hürden bewältigen und ob die Kontrollen ausreichend durchgesetzt werden, damit die Regelung nicht nur auf dem Papier existiert.












