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Eine neue Auswertung zeigt: Geologinnen und Geologen auf der Leinwand sterben auffällig häufig – ein Ergebnis, das mehr ist als eine kuriose Randnotiz. Für Wissenschaftskommunikation und das öffentliche Bild der Geowissenschaften hat das Konsequenzen, gerade jetzt, da Nachwuchsgewinnung und Diversität in den MINT-Fächern im Fokus stehen.
Forscher der Universität Göteborg haben in einer peer‑reviewten Studie die Darstellung von Film‑Geolog:innen untersucht und ihre Beobachtungen systematisch ausgewertet. Die Analyse umfasst Produktionen von 1919 bis 2023 und stellt die Figuren nach Tod, Rolle im Plot und weiteren Merkmalen dar.
Was die Studie dokumentiert
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Die Datensammlung begann 2013 und wuchs seitdem kontinuierlich. Die Autor:innen erfassten ausschließlich Figuren, die im Film ausdrücklich als Geolog:innen benannt werden; verwandte Berufsgruppen wie Paläontolog:innen oder Geophysiker:innen blieben außen vor. Insgesamt landeten 202 fiktive Geolog:innen aus 141 Filmen in der Datenbank.
- 141 Filme mit insgesamt 202 Rollen (Datenstand: 1919–2023)
- 69 Leinwandtode – das entspricht rund 34 Prozent aller erfassten Geolog:innen
- Besonders häufige Todesursachen: Mord durch Menschen (30 Fälle), Angriffe durch Außerirdische (12 Fälle) und sogenannte geologische Unfälle (12 Fälle)
- Nur 22 Rollen wurden von Frauen gespielt, lediglich 6 Figuren waren nicht‑weiß
- 30 Figuren agierten kriminell; von diesen waren 11 bloß als Geolog:innen getarnt – 77 Prozent dieser Gruppe sterben im Film
- In etwa 85 Prozent der Rollen erscheinen Geolog:innen insgesamt überwiegend positiv oder heldenhaft
Genres, Muster und Ausnahmen
Die meisten Film‑Geolog:innen tauchen in Abenteuerstreifen auf; dahinter folgen Drama, Action und Science‑Fiction. Gerade in neueren Action‑ und Sci‑Fi‑Produktionen finden sich deutlich mehr tödliche Enden als in Filmen der 1920er‑ und 1930er‑Jahre.
Typische Erzählmotive erklären einiges: Expeditionen, Vulkanausbrüche oder fremde Lebensformen bieten dramaturgisch hohe Einsätze und so häufiger tödliche Wendungen für Nebenfiguren. Gleichzeitig scheint die Berufsnennung „Geologe/Geologin“ im Drehbuch als praktisches Label zu dienen, um Fachwissen ohne lange Erklärungen zu verankern.
Was das für die reale Welt bedeutet
Die Darstellung von Wissenschaftler:innen in Unterhaltungsmedien wirkt auf das Image ganzer Disziplinen. Sinkende Sichtbarkeit von Frauen und People of Color in diesen Filmrollen könnte bestehende Vorurteile untermauern und die Attraktivität des Fachs für diverse Talente mindern.
Gleichzeitig ist die Studie kein Urteil über die tatsächliche Gefährdung von Geolog:innen, sondern eine Analyse narrativer Muster. Methodische Einschränkungen: die Stichprobe umfasst überwiegend westliche Filme und setzt voraus, dass Figuren explizit als Geolog:innen vorgestellt werden.
Leichte Ironie, ernste Hinweise
Die Autor:innen fassen das Ergebnis mit einer Prise Humor zusammen, weisen aber auf einen ernsten Punkt hin: Kino prägt Bilder von Wissenschaft – und damit Erwartungen, Vorurteile und Interesse an Studiengängen. Wenn Geolog:innen zu oft sterben oder einseitig gezeigt werden, hat das Folgen für die Wahrnehmung ihres Berufs.
Die vollständige Analyse ist in der Fachzeitschrift Geology Today erschienen; die Autor:innen sind Erik Sturkell, Axel Sjöqvist, Lennart Björklund und Andreas Johnsson von der Universität Göteborg. Ihre Arbeit lädt dazu ein, bewusster über Rollenverteilung und Stereotype in Drehbüchern nachzudenken — ohne gleich das nächste Science‑Fiction‑Drama zu verdammen.












