Altersvorsorge kostenlos: finanzen.net Zero startet gratis-Depot für Sparer

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Ab 2027 soll ein neues, staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot eingeführt werden – und der Broker finanzen.net ZERO macht bereits Tempo: Auf einer Informationsseite hat das Unternehmen eine Warteliste gestartet und kündigt ein Depot ohne laufende Gebühren an. Für Sparer stellt sich damit früh die Frage, wie viel Substanz hinter dem Versprechen steckt und welche Folgen das für die private Altersvorsorge hat.

ZERO positioniert sich früh

finanzen.net ZERO erklärt auf einer eigenen Seite, wie das geplante Vorsorgemodell funktionieren soll und lädt Interessenten zur Anmeldung ein. Als Einstieg nennt der Anbieter Sparpläne und Einmalzahlungen ab 10 Euro, womit auch Kleinsparer angesprochen werden sollen.

Konkrete Produktdetails – etwa die genaue Auswahl an Fonds und ETFs, mögliche Zusatzkosten oder der technische Ablauf der staatlichen Förderung – fehlen bislang. Solche Informationen sind entscheidend, um das Angebot mit anderen Banken oder Brokern vergleichbar zu machen.

Welche staatlichen Vorteile vorgesehen sind

Das neue Depot kombiniert staatliche Förderung mit Kapitalmarktwirkung: Statt einer Beitragsgarantie sollen höhere Aktienquoten möglich werden, um langfristig bessere Renditechancen zu ermöglichen. Der Staat plant Zuschüsse und steuerliche Begünstigungen, die die Einzahlungen aufwerten können.

Vorgesehene Förderbausteine (vorläufige Angaben):

  • Grundzulage: bis zu rund 540 Euro pro Jahr, abhängig von der Einzahlungshöhe
  • Kinderzulage: zusätzliche Zahlungen von bis zu etwa 300 Euro jährlich je Kind
  • Berufseinsteigerbonus: einmalig bis zu 200 Euro für junge Vertragsabschlüsse unter bestimmten Voraussetzungen

Wichtig: Erträge innerhalb des Depots sollen während der Ansparphase nicht regulär besteuert werden; die Versteuerung ist in der Regel erst bei Auszahlung geplant. Im Gegenzug bleibt das Guthaben langfristig gebunden und nicht so flexibel verfügbar wie bei einem gewöhnlichen Wertpapierdepot.

Risiken und Kosten

Mehr Aktienanteil bedeutet höhere Schwankungen. Anleger müssen Kursverluste akzeptieren, die je nach Fonds- und ETF-Mix variieren können. Auch ein „kostenloses“ Depot ist nicht völlig gebührenfrei: Spreads, Verwaltungsgebühren der Fonds/ETFs und mögliche Transaktionskosten bleiben relevant.

Ob das spätere Altersvorsorgedepot von ZERO tatsächlich besonders günstig ist, lässt sich erst nach Bekanntgabe aller Konditionen beurteilen. Entscheidend sind die Gesamtkosten, die Fondsauswahl, Regeln für Auszahlungen und mögliche Einschränkungen bei der Portfoliozusammenstellung.

Das aktuelle ZERO-Depot ist (noch) kein Vorsorgedepot

Interessenten können bereits jetzt ein reguläres Depot bei ZERO eröffnen und ETF-Sparpläne nutzen, um Erfahrung mit langfristigem Investieren zu sammeln. Dieses Depot erhält jedoch keine staatlichen Zulagen und bietet nicht die steuerlichen Vorteile des künftigen Vorsorgemodells.

finanzen.net ZERO hat angekündigt, bestehenden Kunden das neue Altersvorsorgedepot voraussichtlich ab Januar 2027 zusätzlich anzubieten. Bis dahin bleibt offen, wie verbindlich die Versprechen sind und welche Bedingungen konkret gelten.

Worauf Sparer jetzt achten sollten

  • Gesamtkosten des Angebots: Depotführung, Fondskosten, Spreads und versteckte Gebühren
  • Umfang und Qualität der verfügbaren Fonds und ETFs
  • Konkrete Regeln zur Förderung, Auszahlung und Besteuerung
  • Flexibilität: Portabilität, Wechselmöglichkeiten und Mindestlaufzeiten
  • Konsequenzen für Entnahmen und Notfälle

Wie Sie sich sinnvoll vorbereiten

Wer jetzt aktiv werden will, kann zwei Dinge tun: erstens die persönliche Rentenlücke berechnen, um einzuschätzen, ob staatliche Zuschüsse einen echten Unterschied machen; zweitens mit kleinen ETF-Sparplänen in einem normalen Depot Erfahrungen sammeln.

Wichtig ist, die finale Entscheidung erst zu treffen, wenn das Altersvorsorgedepot zertifiziert ist und Anbieter verbindliche Konditionen veröffentlichen. Eine Warteliste oder die Ankündigung einer gebührenfreien Depotführung sollte nicht das einzige Auswahlkriterium sein.

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