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Die Mehrheit der Eltern legt für den Nachwuchs Geld zurück – gleichzeitig sieht ein großer Teil Nachholbedarf beim Thema Geldwissen. Eine geplante staatliche Förderung, die Frühstart‑Rente, könnte beides verändern: mehr langfristiges Sparen anstoßen und die Diskussion über Geldanlagen in Familien verbreitern.
Was die Umfrage zeigt
Eine aktuelle Umfrage von Union Investment bestätigt, dass Sparen bei vielen Familien Routine ist: Rund 70 Prozent der Befragten geben an, regelmäßig für ihre Kinder Geld zu reservieren, weitere 15 Prozent tun dies gelegentlich. Die jährlichen Beträge variieren stark – am häufigsten liegen sie im Bereich von 500 bis 750 Euro, knapp jede fünfte Familie zahlt 1.500 Euro oder mehr pro Jahr.
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Wofür Eltern heute sparen
Die Motive sind eindeutig: An der Spitze stehen kurzfristige, konkrete Ausgaben für die Jugendzeit, deutlich häufiger als die langfristige Altersvorsorge der Kinder.
| Sparziel | Anteil der Eltern |
|---|---|
| Führerschein | 45 % |
| Ausbildung / Studium | 43 % |
| Altersvorsorge des Kindes | 13 % |
| Kein konkretes Ziel (Flexibles Sparen) | 37 % |
Disziplin und Wissen als Erfolgsfaktoren
In der Umfrage nannten Eltern vor allem drei Voraussetzungen für erfolgreiches Sparen:
- Disziplin (94 %)
- Finanzwissen (91 %)
- Ausreichende finanzielle Mittel (91 %)
Bei den Anlageformen dominieren weiter klassische Lösungen: Mehr als die Hälfte setzt auf Investmentfonds, während Sparbuch und Tagesgeld als sichere Bausteine ebenfalls häufig vertreten sind. Viele Familien kombinieren Renditechancen mit Kapital‑Sicherheit.
Eine neue staatliche Förderung als Auslöser für mehr Finanzbildung
Nur etwa ein Drittel der befragten Eltern hat bislang von der Frühstart‑Rente gehört. Laut Bundesfinanzministerium wurde am 22. Juli 2026 ein Referentenentwurf vorgelegt; das Gesetzgebungsverfahren soll idealerweise noch 2026 abgeschlossen werden. Geplant ist eine rückwirkende Förderung zunächst für den Geburtsjahrgang 2020. Beschlossen ist das Gesetz zum Zeitpunkt der Umfrage jedoch noch nicht.
Die Daten legen nahe, dass es weniger am Willen zu sparen fehlt als an gezielter Information: Zwar sprechen 89 Prozent der Eltern mit ihren Kindern über Geld – das Thema dreht sich aber meist um Einkäufe, Taschengeld oder Anschaffungen; nur 43 Prozent sprechen aktiv über Geldanlagen. Und nur rund ein Drittel der Eltern schätzt das eigene Finanzwissen als gut oder sehr gut ein.
Was das für Familien bedeuten könnte
Führt die Frühstart‑Rente zu konkreten Fördermechanismen, könnte das zweierlei bewirken: Erstens eine stärkere Fokussierung auf den langfristigen Vermögensaufbau innerhalb der Familie, zweitens einen Anlass, Finanzthemen systematischer an Kinder weiterzugeben.
Praktisch heißt das: Eine staatliche Förderung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern Investment‑ und Vorsorgeformen prüfen – und dabei nicht nur Sparbuch oder Tagesgeld in Betracht ziehen. Gleichzeitig schafft ein solcher Impuls Gelegenheit für frühzeitige, altersgerechte Finanzbildung der Kinder.
Worauf Eltern achten sollten
- Gebühren und Kosten bei Sparplänen – sie schmälern langfristig die Rendite.
- Flexibilität: Mindestlaufzeiten, Auszahlungsregeln und Änderung von Sparraten.
- Breite des Produktangebots – vor allem die Verfügbarkeit von ETFs/Fonds als Sparplänen.
- Transparente Informations‑ und Lernangebote beim Anbieter.
- Starten mit kleinen Beträgen: Regelmäßige, niedrige Raten sind oft effektiver als unregelmäßige Einmalzahlungen.
Die Umfrage von Union Investment liefert damit ein aktuelles Stimmungsbild: Eltern sind prinzipiell bereit zu sparen, aber wenn staatliche Anreize und bessere Informationsangebote zusammenkommen, könnte sich das Verhältnis zu langfristigen Geldanlagen spürbar verändern – mit Folgen für die finanzielle Bildung der nächsten Generation.












