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Eine neue Umfrage von LinkedIn zeigt: Junge Berufstätige schätzen Netzwerke in Zeiten von KI und raschem Strukturwandel – doch viele zögern, den ersten Schritt zu machen. Diese Diskrepanz beeinflusst Jobchancen und Karriereplanung unmittelbar.
Die Erhebung wurde im Auftrag von LinkedIn von Censuswide im Juli und August 2026 durchgeführt; weltweit antworteten 18.050 Erwerbstätige, in Deutschland waren es nach Angaben der Plattform etwas mehr als 2.100 Personen. Laut Studie sehen 88 Prozent der Befragten aus der Gen Z berufliche Kontakte als wichtig an – gleichzeitig gibt ein Großteil an, beim Networking zurückhaltend zu sein.
Was die Zurückhaltung erklärt
Mehrere Ängste bremsen den Einstieg: Ein erheblicher Teil der jungen Befragten fürchtet negative Bewertungen, andere sorgen sich, aufgesetzt zu wirken oder die Zeit anderer zu beanspruchen. Praktische Unsicherheit spielt ebenfalls eine Rolle: Viele wissen nicht, wie sie anfangen sollen.
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Konkreter: Rund ein Drittel nennt Furcht vor Verurteilung und Bedenken, unauthentisch zu erscheinen; etwa die Hälfte gibt an, nicht zu wissen, wie man ein Netzwerk aufbaut. Beim direkten Anschreiben fühlen sich deutlich mehr junge Beschäftigte unwohl als ältere Generationen.
Aktivität statt Kontaktanfragen
Wenn Mitglieder der Gen Z in den Monaten vor der Befragung aktiv waren, dann überwiegend durch Kommentare unter Beiträgen – weniger durch unvermittelte Nachrichten oder formelle Kontaktanfragen. Kommentare gelten als niedrigschwelliger Einstieg, können aber den Weg zu echten Gesprächen ebnen.
LinkedIn weist darauf hin, dass vorherige Interaktionen mit Beiträgen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, später eine Kontaktanfrage oder Nachricht zu erhalten. Die Plattform nennt ein Vielfaches an Chancen, legt jedoch nicht offen, wie diese Zahlen berechnet wurden.
- 88 % der deutschen Gen-Z-Teilnehmer halten Networking angesichts von KI und Wandel für wichtig.
- 71 % der Gen Z geben an, beim Aufbau beruflicher Kontakte zurückhaltend zu sein (über alle Altersgruppen: 56 %).
- 50 % wissen angeblich nicht, wie sie mit dem Aufbau eines Netzwerks beginnen sollen.
- 21 % der Gen Z berichten, bereits über Kontakte einen neuen Job erhalten zu haben — der höchste Wert unter den Altersgruppen.
Was junge Berufstätige als Nutzen nennen
Für die Befragten zählen vor allem Wissenszuwachs und praktische Hilfen im Arbeitsalltag zu den wichtigsten Vorteilen. Ein Viertel bis ein Drittel sieht außerdem neue Chancen und mehr berufliche Sicherheit. Bemerkenswert: Viele erwarten, dass Networking Menschen außerhalb großer Städte bessere Perspektiven eröffnet.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass Netzwerke in der Praxis tatsächlich Wirkung zeigen – zugleich aber Hemmungen und fehlende Startkompetenzen den Wert dieses Instruments schmälern.
Wie der Einstieg gelingen kann
LinkedIn-Karriereexpertin Gaby Wasensteiner empfiehlt, mit kleinen, konkreten Schritten zu beginnen statt auf perfekte Anschreiben zu warten. Nützliche Ansatzpunkte sind gemeinsame Erfahrungen (etwa Hochschule oder Branche), ein kommentierter Beitrag oder das Folgen als erster, unverbindlicher Schritt.

Ein Beispiel für einen konstruktiven Kommentar: statt nur „Interessant!“ lieber kurz eine konkrete Beobachtung teilen und eine offene Frage stellen. So entsteht ein natürlicher Gesprächsanlass, ohne sofort eine formelle Kontaktanfrage zu senden.
Solche Mikro‑Interaktionen können Hemmschwellen abbauen und, laut LinkedIn, die Wahrscheinlichkeit für anschließende direkte Nachrichten deutlich erhöhen.
Methodische Hinweise und Folgen für Jobsuchende
LinkedIn bezeichnet die Befragung als repräsentativ, nennt jedoch nicht alle Details: Etwa fehlt die Aufschlüsselung, wie groß die deutsche Gen‑Z-Gruppe genau war, welche Altersgrenzen für die Generationen angewandt wurden oder wie die Fragen exakt formuliert wurden. Das erschwert eine tiefere Einschätzung der Daten.
Für Arbeitssuchende und Berufseinsteiger bleibt die praktische Konsequenz klar: Netzwerke können in einer Zeit rascher technologischer Veränderungen ein Schutzfaktor sein. Wer geringe Einstiegshürden wählt — ein durchdachter Kommentar, ein Follow oder eine kurze, fachlich bezogene Frage — erhöht seine Sichtbarkeit ohne übermäßigen Druck.
Kurz: Der Wert von beruflichen Kontakten ist präsent, der Mut zum ersten Schritt aber seltener. Kleine, geplante Aktionen können das ändern — und unmittelbar berufliche Chancen verbessern.












