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Ein aktueller amtlicher Rückruf macht deutlich: Nicht alle smarten Brillen sind harmlos. Die US-Behörde CPSC und Health Canada warnen vor der INMO‑Brille Air3 – weil sich ein Bügel so stark erwärmen kann, dass Verbrennungsgefahr besteht.
Die Maßnahme wurde in den USA und Kanada zeitnah koordiniert, nachdem Berichte über ein überhitzendes Bauteil eingegangen waren. Nutzerinnen und Nutzer sollten das Gerät bis zur Problemlösung nicht erneut tragen.
Was genau beanstandet wird
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Betroffen ist die AR‑Brille Air3 von INMO International Technology Limited aus Shenzhen. Nach Angaben der US-Verbraucherschutzbehörde kann der linke Bügel bei längerer Nutzung so heiß werden, dass Hautreizungen oder Verbrühungen möglich sind.

INMO will das Problem softwareseitig beheben: Ein verpflichtendes Update auf Firmware 3.16 soll die Leistung drosseln und so die Wärmeentwicklung reduzieren. Bis dieses Update installiert ist, raten Behörden ausdrücklich davon ab, die Brille zu tragen.
Wesentliche Fakten im Überblick
- Modell: INMO Air3
- Reichweite des Rückrufs: USA und Kanada
- Verkaufte Einheiten: 1.643 in den USA, 120 in Kanada (Dez 2025 – Aug 2026)
- Meldungen: Zehn Überhitzungsberichte in den USA; bislang keine bestätigten Verletzungen
- Technische Details: Akku 660 mAh, integrierte Recheneinheit und Micro‑OLED‑Display, Gewicht rund 135 g
- Empfohlene Maßnahme: Firmware‑Update auf Version 3.16 vor weiterer Nutzung
Warum ein Software‑Fix und keine Rückrufaktion mit Ersatzgerät?
INMO begründet die Entscheidung damit, dass sich die Hitzeentwicklung durch gezielte Leistungsbegrenzungen im Betriebssystem mindern lasse. Da die Elektronik und der Akku dicht im Bügel untergebracht sind, will die Firma die Rechenleistung des Prozessors beschränken, statt die Hardware auszutauschen oder die Geräte komplett vom Markt zu nehmen.
Fachleute sehen hierin einen Kompromiss: Software kann kurzfristig das Risiko verringern, löst aber nicht die grundsätzliche thermische Herausforderung, die aus hoher Leistungsdichte in geringem Volumen entsteht.
Frühere Warnsignale
Thermische Auffälligkeiten waren schon Monate vor dem offiziellen Eingreifen dokumentiert worden. Tester berichteten, das Gerät werde innerhalb weniger Minuten unangenehm heiß; in einem bekannten YouTube‑Review wurde von Schmerzen am Ohr gesprochen.

Als erste Reaktion hatte INMO offenbar eine Hülle für den Bügel angeboten, die Hautkontakt reduzieren, jedoch die Wärmequelle im Inneren nicht direkt behebt.
Rechtliche und praktische Folgen für Besitzer
Health Canada weist explizit darauf hin, dass der Weiterverkauf oder das Verschenken der betroffenen Geräte gesetzlich untersagt sein kann. Das kanadische Konsumentenschutzrecht soll in diesem Fall Käuferinnen und Käufer zusätzlich schützen.
Betroffene Kundinnen und Kunden werden gebeten, sich an INMO zu wenden. Das Unternehmen stellt eine Support‑Seite, eine Hotline und E‑Mail‑Kanäle bereit, um bei der Installation des Updates zu helfen.
Was Nutzer jetzt tun sollten
- Tragen Sie die Air3 nicht weiter, bis Firmware 3.16 installiert ist.
- Prüfen Sie, ob Ihre Seriennummer in den Rückruflisten der Behörden aufgeführt ist.
- Kontaktieren Sie INMO über die offizielle Supportseite oder die bereitgestellten Kontaktwege.
Der Fall ist ein Beispiel für die Grenzen heutiger Wearable‑Technik: Wenn Akku, Prozessor und Display unmittelbar am Kopf arbeiten, wird das thermische Management zur sicherheitsrelevanten Aufgabe. Für Anwender bedeutet das: Softwareupdates können akute Risiken mildern, langfristig sind aber konstruktive Änderungen nötig, um sicherere Tragekomfort‑Profile zu gewährleisten.












