Gaspreise drücken aufs Konto: Haushalte verlieren rund 500 Euro im Jahr

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Die Gaspreise ziehen wieder an – für Neukundinnen und Neukunden sind sie derzeit so hoch wie seit rund drei Jahren nicht mehr. Das wirkt sich unmittelbar auf die Jahresrechnung aus und zwingt Haushalte, jetzt aktiv nach günstigeren Tarifen und Schutzmechanismen zu suchen.

Neukundentarife auf Dreijahreshoch

Laut einer aktuellen Auswertung von Verivox (Ende April 2026) liegen die günstigsten Angebote für neue Verträge bei etwa 10,9 Cent pro kWh. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh im Jahr entspricht das rund 2.180 Euro Heizkosten – knapp 500 Euro mehr als vor Ausbruch des Konflikts im Iran.

Das Ergebnis: Wer jetzt einen neuen Vertrag abschließt, spürt den Preisanstieg unmittelbar in der Geldbörse.

Großhandelspreise treiben die Entwicklung

Hinter dem Anstieg stehen die steigenden Notierungen am Großmarkt. Der europäische Referenzmarkt TTF verzeichnete seit Jahresbeginn deutliche Ausschläge: Ende Februar notierte der Markt bei circa 34 Euro pro Megawattstunde, Anfang April stiegen die Kurse zeitweise auf über 50 Euro – ein Anstieg nahe 60 Prozent.

Auch wenn sich die Notierungen zuletzt wieder etwas beruhigten, liegen sie weiterhin über dem Niveau vor dem Konflikt. Für Endverbraucher bedeutet das: höhere Einkaufspreise für Versorger, die in den Tarifkalkulationen ankommen.

Wenig Hoffnung auf schnelle Entspannung

Marktbeobachter und Vergleichsportale warnen davor, kurzfristig mit Entlastung zu rechnen. Die Lieferwege im Nahen Osten bleiben verwundbar; mögliche Schäden an Infrastruktur würden die Lage weiter verschärfen. Energieexperten erwarten deshalb keine rasche Rückkehr zu den früheren Preisen.

Wo Verbraucher jetzt sparen können

Trotz der angespannten Lage bleibt Spielraum beim Anbieterwechsel: Die Preisspanne zwischen Standardversorgung und günstigen Neukundenangeboten ist nach wie vor groß.

  • Grundversorgung: ~13,4 Cent/kWh → etwa 2.670 Euro/Jahr (bei 20.000 kWh)
  • Günstige Neukundentarife: ~10,9 Cent/kWh → etwa 2.180 Euro/Jahr
  • Unterschied: rund 500 Euro jährlich — Wechsel kann sich also weiterhin lohnen

Praktische Tipps für Haushalte

Wer jetzt handelt, kann das persönliche Risiko mindern. Wichtige Hinweise:

  • Tarife vergleichen: Angebote prüfen und nicht automatisch in der Grundversorgung verbleiben.
  • Auf Preisgarantien achten: Verträge mit fester Preislaufzeit schützen vor kurzfristigen Marktsprüngen.
  • Frühzeitig absichern: Einige Anbieter erlauben Vertragsabschlüsse bis zu 12 Monate im Voraus – das kann vor Winterpreisen schützen.
  • Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen prüfen, um Wechseloptionen offen zu halten.
  • Verbrauch senken: Heizverhalten prüfen, Temperaturabsenkung in wenig genutzten Räumen, gezielte Dämmmaßnahmen oder zeitgesteuerte Heizsteuerung.

Für Verbraucher bedeutet das Zusammenwirken geopolitischer Risiken und volatiler Großhandelspreise vor allem eines: abwarten ist keine Strategie. Ein sorgfältiger Tarifvergleich, die Auswahl von Angeboten mit Preisgarantie und Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion sind aktuell die wichtigsten Stellschrauben, um die Haushaltskosten planbarer zu machen.

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