Smartphone gehackt: wie Sie jetzt Spionage und Datenklau aufspüren

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Unsichtbare Lauscher auf dem Smartphone sind kein Mythos: Mit einfachen Kurzbefehlen können Sie schnell prüfen, ob Anrufe oder Nachrichten umgeleitet werden — und damit ob Ihr Gerät womöglich ausspioniert wird. Wer jetzt nachprüft, schützt seine Privatsphäre und kann früh reagieren.

Die hier vorgestellten Kurzbefehle — sogenannte USSD‑Codes — geben direkt über die Telefon‑App Auskunft. Sie funktionieren wie normale Nummern: Code eingeben, “Anrufen” drücken, Ergebnis ablesen. Diese Kontrollen zeigen vor allem Manipulationen an der Anrufweiterleitung.

Wichtige Prüf‑ und Deaktivierungs‑Codes

  • *#21# – Prüft, ob Anrufe oder SMS an eine andere Nummer weitergeleitet werden.
  • ##21# – Schaltet alle Weiterleitungen aus, die durch *#21# angezeigt wurden.
  • *#67# – Zeigt Weiterleitungen, die gelten, wenn Sie nicht erreichbar sind (inkl. Voicemail‑Umleitungen).
  • ##67# – Deaktiviert Weiterleitungen für den Fall der Nicht‑Erreichbarkeit.
  • ##002# – Hebt alle Weiterleitungen auf einmal vollständig auf.
  • *#004# – Informiert über Weiterleitungen bei besetzter Leitung oder ähnlichen Zuständen.
  • ##004# – Deaktiviert die dort angezeigten Weiterleitungen.
  • *#33# – Ruft die Einstellungen zur Anrufsperre auf (nützlich gegen Spam‑Anrufer).
  • *#06# – Zeigt die eindeutige IMEI‑Nummer Ihres Geräts an (wichtig bei Verlust oder Diebstahl).

Gerätespezifische Zusatzcodes

  • *3001#12345#* – Netz‑ und Verbindungsdetails auf iPhones einsehen.
  • *#*#4636#*#* – Detaillierte Netzinformationen auf vielen Android‑Modellen.
  • *#197328640# – Service‑ und Netzinfos bei einigen Samsung‑Geräten.

Wichtig zu wissen: Diese Codes sind primär dafür gedacht, Weiterleitungen und Netzeinstellungen zu prüfen. Viele moderne Stalkerware‑Varianten arbeiten jedoch ohne sichtbare Weiterleitung und bleiben so unentdeckt.

Weitere Warnsignale für ein kompromittiertes Handy

  • Der Akku entlädt sich deutlich schneller als üblich.
  • Das Gerät wird ungewöhnlich warm, auch im Leerlauf.
  • Der mobile Datenverbrauch steigt unerwartet an.
  • Unbekannte Apps oder Symbole erscheinen ohne Ihre Installation.
  • Plötzliche Pop‑ups, seltsame Mitteilungen oder veränderte Einstellungen.

Wenn etwas auffällig ist: Sofortmaßnahmen

Wenn ein Prüf‑Code eine fremde Weiterleitung anzeigt oder Sie andere Indizien bemerken, handeln Sie zügig. Folgende Schritte reduzieren das Risiko eines Datenabflusses:

  • Deaktivieren Sie sofort weitergeleitete Rufnummern mit ##21#, ##67# oder ##002#.
  • Ändern Sie alle wichtigen Passwörter (E‑Mail, Bank, soziale Konten) möglichst von einem sicheren Gerät aus.
  • Installieren Sie eine vertrauenswürdige Sicherheits‑/Antivirus‑App und führen Sie einen vollständigen Scan durch.
  • Sichern Sie wichtige Daten extern (Cloud oder PC) und prüfen Sie Backups.
  • Wenn der Verdacht bleibt: Setzen Sie das Smartphone auf Werkseinstellungen zurück und stellen Sie vorher sichere Backups wieder her.
  • Dokumentieren Sie Auffälligkeiten und kontaktieren Sie bei Bedarf Ihren Mobilfunkanbieter oder die Polizei — insbesondere bei verdächtigem Rufumleitungen oder Missbrauch.

Fazit: USSD‑Codes sind ein schneller, wirkungsvoller Check gegen heimliche Anrufumleitungen. Sie ersetzen jedoch keine umfassende Sicherheitsprüfung. Wer ernsthafte Spionage befürchtet, sollte kombinieren: Codes prüfen, Indikatoren überwachen, Sicherheitssoftware nutzen und im Zweifel das Gerät zurücksetzen.

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