soundcore liberty 5 pro (max) im test: smarte in-ear-kopfhörer überzeugen

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Mit den neuen Premium-In-Ears Liberty 5 Pro und Liberty 5 Pro Max macht die Anker-Tochter Soundcore einen großen Sprung. Sie sind teurer als die Vorgänger, können aber auch deutlich mehr. Im Test hat uns nur eine Sache gestört.

Die Liberty 5 Pro und Liberty 5 Pro Max von Soundcore sind die neuesten Premium-In-Ears von Anker. Mit Preisen von 249 Euro (Pro Max) und 179 Euro sind sie teurer als ihre Vorgänger, bieten aber auch erheblich mehr Funktionen. Beide Kopfhörer nutzen den neu entwickelten KI-Chip “Thus”, der erst im April 2026 von Anker vorgestellt wurde. Dieser Chip ist das zentrale Element der In-Ears und steuert wichtige Funktionen wie die aktive Geräuschunterdrückung, Sprachverarbeitung und Klangoptimierung. In diesem Test werde ich zeigen, ob sich dieser Einsatz lohnt.

Anker Soundcore mit steiler Lernkurve

Anker hat sich innerhalb weniger Jahre von einem Hersteller von Netzteilen und Akkupacks zu einem Elektronikkonzern entwickelt, der kontinuierlich neue Produktkategorien erschließt, von 3D-Druckern bis hin zu PV-Anlagen. Das Tempo, in dem Anker agiert, ist beeindruckend, was auch an den Liberty 5 Pro deutlich wird. Im Vergleich zu ihren Vorgängern haben die neuen Modelle kaum Gemeinsamkeiten. Während die Liberty 4 in meinem früheren Test solide Mittelklasse-In-Ears mit einigen Premium-Features waren, steigen ihre Nachfolger mühelos zwei Stufen auf der Leiter nach oben.

Liberty 5 Pro versus 5 Pro Max

Beide Modelle führen das Display im Case der Liberty 4 fort, jedoch in einer größeren, verbesserten und moderneren Version. Das Display wurde vergrößert, ist farbig und verfügt über eine höhere Auflösung. Die Liberty 5 Pro Max gehen noch einen Schritt weiter, indem sie ein 1,78 Zoll großes OLED-Display an der Oberseite integrieren, das vielfältige Touch-Interaktionen wie ANC, Geräteverbindungen und weitere Einstellungen ermöglicht. Auch individuelle Hintergrundbilder sind möglich. Zusätzlich ist eine Aufnahmefunktion mit KI-Transkription integriert, mit der Gespräche oder Meetings aufgezeichnet werden können.

Die Aufnahmen werden im Case gespeichert (bis zu 12 Stunden) und können auf das Smartphone übertragen werden, indem die App geöffnet und das Case angesteuert wird. Transkripte, Zusammenfassungen und Sprechererkennung erfordern eine Cloud und können über die App oder eine Weboberfläche abgerufen werden. Die Software-Funktionalität ist vergleichbar mit den Soundcore Work, was eine umfangreiche Diktierfunktion bietet, die ansonsten nur mit einem separaten Diktiergerät erhältlich ist. Die Liberty 5 Pro Max richten sich an Nutzer, die häufig Meetings, Vorträge oder Gespräche aufzeichnen möchten, während die normalen Pro für andere Nutzer geeignet sind.

Case zum Aufschieben

Das Case der Max ist etwas größer und nicht so ergonomisch abgerundet wie bei den normalen Pro, aber dennoch kleiner als das Top-Modell XM6 von Sony. Das Sony-Case ist haptisch ansprechender und besser verarbeitet. Soundcore setzt erneut auf ein Case-Design, das bereits bei den Liberty 4 nicht überzeugen konnte: Die gesamte Oberseite des Cases lässt sich nach oben schieben, um die magnetisch verankerten In-Ears freizugeben. Allerdings wackelt das Oberteil etwas, wenn es aufgeschoben ist. Obwohl die 5er wertiger und weniger wackelig wirken als die 4er, macht die Konstruktion immer noch keinen robusten Eindruck. Das Case ist nach IPX4 zertifiziert, während die In-Ears nach IP55 zertifiziert sind, was Schutz gegen Strahlwasser aus allen Richtungen bedeutet. Daher ist eine Joggingrunde im Regen kein Problem.

In-Ears mit innovativem Design

Beim Laufen fällt sofort der feste und bequeme Sitz der In-Ears auf. Das neuartige Flügeldesign, das den Ohrhörer am oberen Rand der Ohrmuschel sichert, verleiht den In-Ears eine imposante Größe, überzeugt aber in puncto Komfort. Mit einem Gewicht von 6 Gramm pro In-Ear liegen sie im normalen Bereich. Anker liefert insgesamt 5 Ohrstücke und zusätzlich 3 Flügelstücke, damit jeder die passende Passform erhält.

Die Bedienung erfolgt über eine Touchfläche an den Außenseiten der In-Ears, die durch Tippen oder Streichen mit dem Zeigefinger aktiviert wird. Dank des großzügigen Touchbereichs aufgrund des Flügeldesigns gestaltet sich die Bedienung als äußerst komfortabel. Auch Streichgesten zur Lautstärkeregelung funktionieren einwandfrei.

Soundcore App für individuelle Einstellungen

Die Soundcore-App bietet eine Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten, darunter die Neubelegung der Touch-Steuerung der In-Ears, individuelle Regulierung der ANC-Intensität, Anpassung des Klangs über einen 8-Band-Equalizer und die Erstellung personalisierter Hörprofile über die Funktion Hear ID. Darüber hinaus integriert die App eine KI-basierte Klangverbesserung sowie einen Konversationsmodus namens “Smart Chat”, der die Musikwiedergabe bei Stimmenunterdrückung unterbricht.

Neben den herkömmlichen Kopfhörerfunktionen bietet die App auch einen “Klangraum” mit beruhigender Hintergrundmusik, einen Anker-Sprachassistenten namens “Anka” für die Sprachsteuerung der In-Ears und verschiedene Übersetzungsfunktionen. Die Liberty 5 Pro können somit nicht nur für Musikgenuss, sondern auch als nützliche Reisebegleiter dienen.

Durchschnittliche Konnektivität

Die In-Ears nutzen den neuesten Bluetooth-Standard 6.1 zur Verbindung mit Smartphones, Tablets oder Notebooks, unterstützen Multipoint für einen schnellen Gerätewechsel und ermöglichen die gleichzeitige Verbindung mit bis zu drei Geräten. In Bezug auf die Codec-Unterstützung fehlt es jedoch an Vielfalt, da lediglich AAC, SBC und LDAC unterstützt werden, was das Hören von HiRes-Audio ermöglicht. Die fehlende Unterstützung für Qualcomm aptX, Bluetooth LE und Auracast könnte jedoch als Nachteil empfunden werden.

Top Sound Quality and AI Sound Enhancement

Die In-Ears sind mit neu entwickelten 9,2-Millimeter-Treibern ausgestattet, die eine hervorragende Grundlage für den Klang bieten. Dieser ist standardmäßig (mit ANC und Signature Klangprofil) ziemlich basslastig, was zu Lasten der Mitten und Höhen geht, die nicht klar definiert sind (besonders ohne LDAC). Der Normalmodus ohne ANC klingt ausgewogen und insgesamt gut bis sehr gut, wobei die tonale Balance aus Bässen, Mitten und Höhen stimmt. Der Superhochton jenseits von 10 kHz könnte jedoch noch klarer sein.

Es scheint jedoch, dass die 5 Pro Max noch etwas kontrollierter und sauberer klingen. Die “KI Klangverbesserung” (unter Soundeffekte zu finden) soll Kompressionsartefakten von Streamingdiensten und niedrig auflösenden BT Codecs entgegenwirken. Die Zumischung von Obertönen erfolgt subtil und nur im höchsten Frequenzbereich.

Die maximale Lautstärke der Soundcores ist grenzwertig laut, mit gemessenen 110 dB beziehungsweise 112 dB (Pro Max). Es ist positiv, dass es in der App eine Option für Hörgesundheit gibt.

ANC Spitze, Transparenzmodus zu leise abgestimmt

Die Soundcore Liberty 5 Pro sind mit einem ANC-System mit insgesamt acht Mikrofonen ausgestattet, die Umgebungsgeräusche analysieren und Gegenschall erzeugen. Der von Soundcore entwickelte KI-Chip Anker Thus leistet dabei hervorragende Arbeit. Breitbandig werden stellenweise mehr als 30 dB weggefiltert, die gemittelte Dämpfung über das gesamte Spektrum beträgt 24 dB, fast auf Augenhöhe mit Sony. Im Vergleich zu anderen Modellen sind die Liberty 5 Pro (Max) beim ANC in der Spitzengruppe.

Der Transparenzmodus ist jedoch etwas zu leise abgestimmt. Soundcore sollte die Pegel per Update anheben.

Akustik bei Telefonaten

Die Sprachqualität ist für In-Ears sehr gut, die eigene Stimme wird sehr natürlich und vollständig übertragen. Die Geräuschunterdrückung ist ebenfalls auf einem hohen Niveau, obwohl Straßenlärm von In-Ears wie den Sonys WF-1000XM6 noch besser neutralisiert wird. Hier besteht noch Verbesserungspotenzial, aber insgesamt sind die Modelle eine gute Wahl für Vieltelefonierer.

Akkulaufzeit im Mittelfeld

Die Akkulaufzeit der Liberty 5 Pro überzeugt weniger, da sie mit 6:30 Stunden (mit aktiviertem ANC) nur im Mittelfeld liegen. Im Vergleich schaffen Sonys XM6 8 Stunden und Sennheisers MTW 4 immerhin 7 Stunden. Die preislich vergleichbaren Samsung Galaxy Buds 4 Pro erreichen nur 6 Stunden.

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