Airtag-Alternative 3 €: Discounter-Tracker überrascht im Praxistest

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Wer regelmäßig etwas verlegt, schätzt Tracker wie Apples AirTag – doch 35 Euro pro Stück sind nicht für jede Tasche ideal. Aktuell bieten Discounter sehr preiswerte Alternativen an; wichtig ist zu wissen, welche Funktionen man dafür einkauft und welche Einschränkungen es gibt.

Ich habe ein Dreierpack eines günstigen “Smart Tag Finder” ausprobiert, das im Laden für knapp zehn Euro verkauft wurde. Die Entscheidung fiel nicht aus Neugier allein: Wer mehrere Gegenstände sichern will, rechnet schnell nach, ob ein günstiges Set den Alltag erleichtert oder eher falsche Sicherheit liefert.

Erste Eindrücke und Ausstattung

Die Tracker kommen in einer einfachen Verpackung und sehen eher utilitaristisch aus: eckig statt rund, mit einem kleinen Knopf auf der Vorderseite und drei Kunststofflaschen im Lieferumfang, um Schlüssel oder andere Gegenstände zu befestigen.

Positiv ist, dass kein zusätzliches Zubehör nötig ist, um den Tracker am Schlüsselbund zu montieren – anders als bei Apples AirTag, bei dem oft ein extra Anhänger gekauft werden muss.

Installation: viele Schritte, aber unproblematisch

Die Kurzanleitung führt in mehreren Schritten durch die Kopplung. Das wirkt zunächst ausführlich, umfasst aber viele grundlegende Schritte wie das Aktivieren von Bluetooth. In der Praxis ist die Einrichtung rasch erledigt:

  • Plastikschutz entfernen
  • Auf dem iPhone die Wo ist?-App öffnen
  • Unter „Objekte“ hinzufügen und den Tracker per Knopfdruck koppeln
  • Name vergeben und Symbol auswählen

Was der günstige Tracker kann — und was nicht

Für den Preis beeindruckend: Die Basisfunktionen sind vorhanden. Man kann einen Ton auslösen, eine Telefonnummer hinterlegen und Benachrichtigungen aktivieren, wenn man einen Gegenstand zurücklässt.

  • Preis: rund 3,30 Euro pro Gerät im Dreierpack (ca. 9,99 Euro insgesamt)
  • Konnektivität: Bluetooth (Version angegeben: 5.4), keine Unterstützung für Ultrabreitband
  • Kompatibilität: Nur mit iPhones ab iOS 14.5, keine Android-Unterstützung
  • Befestigung: Kunststofflaschen gehören zum Lieferumfang
  • Ton: sehr laut, eher schrill — gut bei kurzem Abstand, aber nicht angenehm

Wichtig für die Praxis: der Tracker kann Signale nicht über Apples Wo ist?-Netzwerk weiterleiten, weil er kein passendes Relay-Protokoll nutzt. Das heißt konkret: Liegt ein Gegenstand außerhalb der Reichweite Ihres iPhones, zeigt die App nur den letzten bekannten Standort an. Ein AirTag hingegen kann seine Position über andere Apple-Geräte anonym weiterleiten — vorausgesetzt, genügend Geräte in der Umgebung sind aktiv.

Klang, Akku und eine fragwürdige Taste

Der akustische Alarm wirkt weniger verspielt als der des AirTag und erinnert eher an einen rauen Warnton. Das hilft beim schnellen Auffinden in der Wohnung, ist aber auf Dauer nervig.

Der Hersteller nennt eine Laufzeit der eingelegten Knopfzelle von bis zu acht Monaten. Auffällig ist, dass sich das Gerät per Knopfdruck abschalten lässt — dann ist es natürlich nicht mehr ortbar. Jeder Tastendruck wird mit einem lauten Signal quittiert, was die Abschaltfunktion schwer nachvollziehbar macht.

Wozu das reicht — und wann der AirTag die bessere Wahl ist

Kurz gesagt: Für das schnelle Auffinden im eigenen Zuhause oder als günstige Notlösung sind die Discounter-Tracker brauchbar. Wer aber auf präzise Ortung in unmittelbarer Nähe (Richtungsanzeige per Ultrabreitband) oder auf das breit vernetzte Auffinden im öffentlichen Raum angewiesen ist, sollte bei Apple bleiben.

Weitere Konsequenzen für Nutzer:

  • Wer viel reist oder regelmäßig Gegenstände außerhalb des eigenen WLAN-/Bluetooth-Bereichs verliert, profitiert vom AirTag-Netzwerk.
  • Android-Nutzer können das günstige Modell nicht nutzen — hier ist die Auswahl eingeschränkt.
  • Für Haushalte, in denen mehrere, preiswerte Tracker eingesetzt werden sollen, reduziert das Discounter-Set die Angst vor Verlustkosten.

Fazit

Der günstige Smart Tag Finder ist kein AirTag-Ersatz, aber eine praktische und preiswerte Ergänzung für den Alltag zu Hause. Er spart Geld und erfüllt Grundfunktionen zuverlässig, hat jedoch spürbare technische Einschränkungen — vor allem das Fehlen von Ultrabreitband und die fehlende Einbindung in Apples weiterreichendes Geräte-Relay. Käufer müssen also abwägen: genügt die einfache Bluetooth-Ortung, oder lohnt sich die höhere Investition für mehr Funktionssicherheit?

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