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Die Euromünzen bekommen kein Make‑over — die Scheine schon: Die Europäische Zentralbank lädt Bürgerinnen und Bürger ein, über das Aussehen einer neuen Banknotenserie abzustimmen. Warum das jetzt wichtig ist: Die Entscheidung prägt nicht nur das Erscheinungsbild des Bargelds, sondern auch dessen Sicherheit, Barrierefreiheit und symbolische Rolle in der EU.
Die EZB hat zehn Entwürfe präsentiert, aus denen die Öffentlichkeit per Online‑Abstimmung ihren Favoriten wählen kann. Bis zum 21. September 2026 lässt sich jeder Entwurf anschauen und bewerten — das Votum ist zwar nicht bindend, fließt aber in die endgültige Entscheidung des EZB‑Rates ein, die für Ende 2026 angekündigt ist.
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Worum es bei der Auswahl geht
Wichtig vorweg: Die grundlegenden Motive standen bereits fest. Im Vorjahr hat eine breite Auswahlrunde entschieden, welche Themen auf den neuen Scheinen erscheinen sollen. Jetzt geht es um die konkrete grafische Umsetzung — Farbe, Komposition und Typografie.

Zwei Motivwelten haben sich durchgesetzt. Die erste würdigt Persönlichkeiten, die Europa kulturell geprägt haben: von berühmten Sängerinnen und Komponisten bis zu Wissenschaftlerinnen und Schriftstellern. Die zweite Reihe verbindet Naturmotive mit Architektur: Vögel und Flüsse kombinieren sich dort mit Abbildungen europäischer Institutionen und markanter Gebäude.
Die Motivauswahl ist damit bewusst konkreter als die aktuellen Banknoten, die 2002 mit abstrahierten Brücken und Toren gestaltet wurden, um keine einzelne Nation hervorzuheben. Die EZB betont, dass die neuen Scheinmotive Identität stiften sollen — ein sichtbares Zeichen, das über den rein monetären Zweck hinausgeht.
Was sich noch ändert
Technisch werden die Scheine modernisiert. Geplant sind neue, verbesserte Sicherheitsmerkmale, die Fälschungen erschweren sollen, zudem sollen Materialwahl und Produktion die Lebensdauer der Banknoten erhöhen und den ökologischen Fußabdruck verringern.

Ein weiteres Ziel ist bessere Nutzbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen: Kontraste, fühlbare Elemente und deutlichere Größenunterschiede zwischen den Stückelungen sollen das Erkennen erleichtern.
- Abstimmungsfrist: Bis 21. September 2026 online
- Anzahl der Entwürfe: 10 Finalisten aus einem EU‑weiten Wettbewerb
- Entscheidung des EZB‑Rates: Erwartet Ende 2026
- In Umlauf: Neue Scheine folgen erst einige Jahre nach der Entscheidung
- Schwerpunkte: mehr Sicherheit, längere Haltbarkeit, inklusive Gestaltung
Wie die Vorschläge entstanden
Die zehn Designs stammen aus einem europaweiten Wettbewerb mit über 1.200 Einsendungen. Grafikdesignerinnen und -designer aus verschiedenen Ländern lieferten vielfältige Entwürfe — von klassischen Porträts bis zu modern abstrahierten Kompositionen.
Die aktuelle Abstimmung richtet sich an die breite Öffentlichkeit: Die EZB will möglichst viele Rückmeldungen, damit der finale Stil den Vorstellungen der Bevölkerung näherkommt. Das Votum selbst ist Teil eines mehrstufigen Prozesses, in dem Expertengremien und politische Entscheidungsträgerinnen zuletzt das letzte Wort haben.
Warum das Bargeld weiterhin relevant bleibt
Die Debatte um das Design fällt in eine Zeit, in der die Nutzung von Bargeld zurückgeht. Untersuchungen zeigen, dass in vielen Ländern Kartenzahlungen und mobile Zahlungen zunehmen; in Deutschland lag der Anteil elektronischer Zahlungen zuletzt deutlich über dem der Barzahlungen.
Gleichzeitig treibt die EZB die Entwicklung eines digitalen Euros voran — ausdrücklich als Ergänzung zum physischen Bargeld, nicht als dessen Ersatz. Gesetzliche Rahmenbedingungen in Brüssel sehen derzeit vor, dass sowohl digitale als auch physische Zahlungsmittel breit akzeptiert bleiben sollen.
Was das für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet
Die Veränderung der Banknoten ist mehr als ein ästhetisches Update: Sie betrifft Alltagshandhabung, Sicherheit und Inklusion. Höhere Fälschungssicherheit stärkt Vertrauen; langlebigere Scheine senken langfristig Materialaufwand und Kosten; bessere Haptik unterstützt Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
Für alle, die mitgestalten wollen, ist die aktuelle Abstimmung die direkte Möglichkeit, eine Präferenz zu äußern. Selbst wenn die öffentliche Wahl nicht alleinentscheidend ist, liefert sie der EZB ein Stimmungsbild, das in die finale Gestaltung einfließt.
Die neuen Scheine werden nicht sofort in den Geldbeutel wandern — zunächst folgen Entscheidungen auf politischer und administrativer Ebene, danach Produktionsplanung und ein gestaffelter Ersatz der bestehenden Banknoten. Bis dahin bleibt Zeit, die Vorschläge in Ruhe zu prüfen und sich ein Bild zu machen.











