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Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Europäer nutzen die Zeit im Homeoffice für private Tätigkeiten – und gestehen das offen. Das hat Relevanz für Personalabteilungen, das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten und kann im Extremfall juristische Folgen nach sich ziehen.
Rechtlich gilt klar: Wer Arbeitszeit vorsätzlich falsch angibt oder Arbeit nur vortäuscht, riskiert Abmahnung, Kündigung oder sogar strafrechtliche Konsequenzen, wenn der Betrug nachgewiesen wird. Arbeitgeber haben daher ein berechtigtes Interesse an verlässlichen Regeln und Transparenz.
Die Zahlen hinter dem Phänomen
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Die Daten stammen aus einer YouGov-Studie im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus. Mehr als 5.000 Menschen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich wurden befragt – es handelt sich dabei um Selbstauskünfte, nicht um Messdaten.
- Gesamtbefund: Rund 80 Prozent geben an, im Homeoffice schon einmal die Arbeitszeit „zu schummeln“.
- Deutschland: 31 Prozent der Homeoffice-Arbeitenden erklären, während der offiziellen Arbeitszeit keine privaten Tätigkeiten zu erledigen.
- Frankreich und Italien: Jeweils nur etwa 10 Prozent berichten von kompletter arbeitsbezogener Konzentration.
- Altersunterschiede: Bei 15–29-Jährigen sagen 38 Prozent, sich täglich mehr als eine Stunde privat zu beschäftigen; bei 45–59-Jährigen sind es 22 Prozent.
- Gewissensfrage: In Österreich fühlt sich über ein Drittel bei Arbeitszeitbetrug häufig oder gelegentlich schuldig; in Italien sind es unter 15 Prozent, Deutschland liegt bei etwa einem Viertel.
- Nicht im Homeoffice: Den höchsten Anteil an Beschäftigten, die nie von zu Hause arbeiten, verzeichnet Deutschland mit 35 Prozent (Italien 23 %, Frankreich 19 %).
Die Studie macht keinen Aussagen darüber, ob private Pausen die tatsächliche Arbeitsleistung schmälern. Es ist denkbar, dass manche jüngere Beschäftigte Aufgaben effizienter erledigen und deshalb öfter Kurzpausen einlegen – für arbeitsrechtliche Streitigkeiten dürfte diese Erklärung meist keinen Schutz bieten.
Was bedeutet das für Unternehmen und Beschäftigte?
Kurzfristig steigert das Problem das Risiko für Misstrauen zwischen beiden Seiten. Langfristig kann es zu strengeren Kontrollmaßnahmen führen, die das Vertrauensverhältnis weiter belasten.
Praktische Konsequenzen könnten sein:
- Klarere Arbeitszeitregelungen und nachvollziehbare Dokumentationspflichten;
- Verstärkte Kommunikation über Erwartungen an Erreichbarkeit und Ergebnisorientierung;
- Balance zwischen Kontrolle und Autonomie: sinnvolle Monitoring-Tools versus Datenschutz und Mitarbeiterzufriedenheit.
Unternehmen sollten jetzt transparent erklären, welche Regeln gelten und wie Leistung gemessen wird. Beschäftigte wiederum tun gut daran, Arbeitszeit realistisch zu dokumentieren und Absprachen einzuhalten – nicht nur aus Vertrauen, sondern auch wegen möglicher arbeits- und strafrechtlicher Folgen.
Die Diskussion bleibt aktuell: Mit der anhaltenden Verbreitung von Remote-Arbeit wird die Frage, wie produktive Arbeit und private Pausen zusammengehen können, weiter an Bedeutung gewinnen.












