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Die elektronische Patientenakte (ePA) sollte Behandlungsabläufe vereinfachen — doch in Hausarztpraxen ist das digitale System mehr Hürde als Hilfe. Ärztliche Verbände kritisieren vor allem die komplizierte Aktivierung, instabile Technik und die eingeschränkte Nutzbarkeit für die tägliche Versorgung.
Technik und Usability bremsen die Nutzung
Obwohl die Krankenkassen den größten Teil der gesetzlich Versicherten bereits mit einer ePA ausgestattet haben, greifen viele Menschen nicht darauf zu oder wissen gar nicht, dass sie eine Akte besitzen. Ärztinnen und Ärzte berichten, dass gerade der Anmeldeprozess Nutzerinnen und Nutzer oft abschreckt – selbst jene, die mit digitalen Diensten vertraut sind.
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Für Praxen hat sich ein anderes Problem herauskristallisiert: Die Plattform, auf der die Akten laufen, ist anfällig für Ausfälle. Solche Störungen kosten Zeit, behindern Abläufe und sorgen für Frust beim Personal. Hinzu kommt, dass hochgeladene Dokumente häufig nur als einzelne PDF-Dateien vorliegen und eine praktische Volltextsuche fehlt.
- Aktivierung: Viele Patientinnen und Patienten brechen den Registrierungsprozess ab oder wissen nicht, wie sie die ePA öffnen.
- Stabilität: Wiederkehrende Systemausfälle unterbrechen den Praxisbetrieb und verlängern Arbeitsprozesse.
- Durchsuchbarkeit: Fehlt eine effiziente Suche, wird die Informationsmenge zur Last statt zur Hilfe.
- Dokumentenformat: Vorwiegend PDFs erschweren die strukturierte Nutzung medizinischer Daten.
Pflicht zur Datenbereitstellung – aber kein reibungsloser Nutzen
Seit dem 1. Oktober 2025 müssen Praxen und Kliniken bestimmte Befunde, Laborwerte und andere wichtige Unterlagen in die ePA einstellen. Ziel ist eine Akte, die Patienten über Jahre begleitet und die medizinische Abstimmung verbessert.
Vertreter der Hausärzteschaft betonen jedoch: Die meisten Praxen laden die geforderten Dokumente tatsächlich hoch. Das Problem liege weniger in der Bereitschaft der Ärztinnen und Ärzte, sondern in der mangelhaften Umsetzung und technischen Zuverlässigkeit des Systems.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands fasst die Praxisrealität so zusammen, dass aktuelle Akten oft einer ungeordneten Sammlung digitaler Dokumente gleichen, mit der sich im Alltag kaum effizient arbeiten lasse.
Konkrete Folgen für Patienten und Praxen
Kurzfristig führt die Situation zu Zeitverlust bei Terminen und zu Informationslücken. Langfristig steht auf dem Spiel, ob die ePA ihr Versprechen eingelöster verbesserter Behandlungskontinuität erfüllen kann.
- Für Patienten: Unvollständig genutzte Akten bedeuten, dass Behandlern relevante Befunde oder Medikationshistorien nicht sofort zugänglich sind.
- Für Praxen: Wiederholte Unterbrechungen erhöhen den administrativen Aufwand und binden Personalressourcen.
- Für das Gesundheitssystem: Ohne stabile Plattform bleiben die Effizienzgewinne einer digitalen Akte aus.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband will am Mittwoch eine Zwischenbilanz zur ePA ziehen — ein Termin, der den öffentlichen Druck auf Verbesserung der Technik und der Benutzerführung erhöht.
Verbesserungsbedarf ist klar: zuverlässigere IT-Infrastruktur, eine einfachere Aktivierung für Nutzerinnen und Nutzer, sowie bessere Such- und Strukturfunktionen in den Akten könnten die Akzeptanz deutlich steigern. Solange diese Baustellen offen bleiben, bleibt die ePA für viele Praxen eher Belastung als Erleichterung.












