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Seit dem Ausbruch des Kriegs im Iran klettern die Zinsen für Festgeld merklich, während Tagesgeld nur moderat zulegt. Für Sparer ist das aber kein Grund zur Entwarnung: Wegen der aktuell höheren Inflation bleiben die realen Renditen oft negativ, zeigt eine aktuelle Auswertung von Verivox.
Festgeld: Nominal höhere Erträge, aber nicht automatisch mehr Kaufkraft
Verivox hat die Entwicklung der Sparkonditionen seit Kriegsbeginn analysiert. Bei mehreren Laufzeiten sind die Durchschnittszinsen deutlich gestiegen – am stärksten seit Anfang 2023. Trotzdem reicht die nominale Rendite vieler Angebote nicht aus, um die Inflation auszugleichen.
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Irankrieg sorgt für höhere Sparzinsen: Kaufkraft der Erträge schrumpft
Wichtigste Zahlen der Auswertung auf einen Blick:
- 2 Jahre Festgeld: Durchschnittskonditionen stiegen um rund 0,18 Prozentpunkte (von etwa 2,07 % auf 2,25 % p. a.).
- 5 Jahre: Anstieg auf circa 2,37 % p. a. (vorher etwa 2,23 %).
- 10 Jahre: Werte kletterten auf etwa 2,68 % p. a. und liegen damit auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.
- Inflation: Aktuell bei rund 2,9 % p. a. — damit fallen die meisten Festgeldangebote in reale Verluste.
- Realzinsen: Beispielhaft: bei 2‑jährigem Festgeld bleibt der Realzins im Schnitt bei etwa −0,65 %; bei zehn Jahren rund −0,22 %.
Tagesgeld: Spitze bewegt sich, Durchschnitt bleibt niedrig
Die mittleren Tagesgeldzinsen bewegen sich nur leicht nach oben; Verivox nennt einen aktuellen Durchschnitt von etwa 1,32 % p. a. Doch an der Marktspitze locken Banken immer häufiger kurzfristige Aktionen mit zwei bis drei Prozent oder mehr — meist zeitlich begrenzt und an Neukundenvoraussetzungen gebunden.
Das Ergebnis: Wer flexibel ist, kann durch gezielte Aktionen bessere Nominalzinsen erzielen. Wer jedoch langfristig nicht wechseln möchte, sollte genau prüfen, wie hoch die Zinsen für Bestandskunden sind — denn entscheidend ist nicht das kurzfristige Spitzenangebot, sondern der Zins, den Kunden dauerhaft erhalten.
Was das für Sparer bedeutet
Für Anleger heißt das konkret: Höhere Nominalzinsen allein sichern noch keine Kaufkraft. Die Lücke zwischen Zinssatz und Inflation bestimmt, ob ein Anlageergebnis real wächst oder schrumpft. Kurzfristige Aktionszinsen können attraktiv sein, bieten aber keine Garantie für langfristige Renditen.
Praktische Folgen und Hinweise:
- Beurteilen Sie Zinsangebote immer in Relation zur aktuellen Inflation — nur der Realzins sagt, ob Sie an Kaufkraft gewinnen.
- Aktionszinsen sind häufig befristet und an Bedingungen geknüpft; prüfen Sie daher Laufzeit, Mindesteinlage und Regeln für Bestandskunden.
- Regionale Sparkassen und Genossenschaftsbanken liegen im Durchschnitt unter dem Marktdurchschnitt; Direktbanken und ausländische Institute bieten oft höhere Neukundenkonditionen.
- Wer Wert auf Flexibilität legt, kann mit kurzfristigen Tagesgeldaktionen Rendite verbessern; wer Sicherheit und Planungssicherheit will, prüft Festgeldangebote und deren reale Verzinsung.
Kontext und Ausblick
Die aktuelle Zinsbewegung steht in engem Zusammenhang mit geopolitischen Unsicherheiten und sich verändernden Kapitalmärkten. Sollte die Teuerungsrate weiter steigen oder fallen, werden Banken ihre Konditionen anpassen — kurzfristig eher bei Aktionsangeboten, mittelfristig auch bei Durchschnittszinsen.
Für Sparer bleibt deshalb entscheidend, Angebote regelmäßig zu vergleichen und auf die Differenz zwischen nominalem Zinssatz und Inflationsrate zu achten. Die Verivox-Auswertung liefert aktuelle Referenzwerte; sie ersetzt jedoch keine individuelle Anlageberatung.
Kurz gefasst: Nominal bringen Festgeld und einzelne Tagesgeldaktionen aktuell bessere Zinsen als noch vor Kurzem — real verlieren viele Anleger aber weiterhin Kaufkraft, solange die Inflation höher ist als die Sparzinsen.












