Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Quantic Dream hat diese Woche überraschend angekündigt, den Live‑Service‑Titel Spellcasters Chronicles bereits am 19. Juni 2026 einzustellen – nur wenige Monate nach dem Start im Early Access. Die Entscheidung löst eine Reihe interner Umbauten aus und hat die französische Gewerkschaft STJV zu scharfer Kritik und deutlichen Personalwarnungen veranlasst.
In einer offiziellen Mitteilung erklärte das Studio, dass die Abschaltung organisatorische Veränderungen nach sich ziehen werde; konkrete Aussagen zu Entlassungen wollte die Geschäftsführung bislang nicht treffen. Die Gewerkschaft hingegen geht davon aus, dass bis zu 95 Stellen wegfallen könnten – das wären knapp ein Viertel der Belegschaft.
Kurzfristige Folgen und offene Fragen
Für Mitarbeiter, Spieler und die Muttergesellschaft NetEase ergeben sich unmittelbar spürbare Konsequenzen: Personalumverteilungen, Stopp laufender Inhalte und ein Abbruch der Investitionen in das Live‑Modell des Spiels. Beobachter sehen außerdem Risiken für die Reputation des Studios und künftig schwerere Verhandlungen mit Investoren und Partnern.
Tagesgeldzinsen für Neukunden bei Renault Bank deutlich höher: Festgeld-Bonus angekündigt
Star Wars Eclipse unter Druck: Gewerkschaft meldet gravierende Missstände
- Bis 95 Jobs in Gefahr — laut STJV etwa 25 % der Belegschaft
- Stop der Live‑Entwicklung und Abschaltung des Early‑Access‑Servers am 19. Juni 2026
- Mögliche Verzögerungen oder Ressourcenengpässe bei anderen Projekten
- Gesteigerte Kontrolle durch den Mutterkonzern NetEase und potenziell härtere Budgetvorgaben
Vorwürfe: Entwicklung ohne klares Ziel
Die STJV kritisiert, dass die Arbeit an Spellcasters Chronicles bereits vor rund acht Jahren begann, ohne einen belastbaren Plan zur Monetarisierung oder zur langfristigen Spielbindung. Nach Darstellung der Gewerkschaft führten wiederholte Neuausrichtungen zu erheblicher Belastung im Team und zu ineffizienten Produktionszyklen.
Demnach hätten Arbeitnehmervertreter mehrfach vor den ökonomischen und technischen Risiken gewarnt; diese Hinweise seien von der Geschäftsführung nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die Gewerkschaft wirft den Verantwortlichen vor, sich stattdessen auf frühere Erfolge zu berufen und das Projekt als relativ sicheren Erfolg darzustellen – eine Einschätzung, die sich nach Ansicht der STJV nicht bestätigt habe.
Interne Zahlen sollen gezeigt haben, dass die Spielerzahlen über mehrere Monate enttäuschend blieben und zuletzt nicht einmal dreistellige Concurrent‑User‑Zahlen erreichten. Vor diesem Hintergrund habe NetEase schließlich die Entscheidung getroffen, den Titel einzustellen.
Risiko für Star Wars: Eclipse?
Besonders heikel ist die Frage, ob das gleiche Managementversagen auch andere Großprojekte belastet. Die Gewerkschaft zieht Parallelen zu Star Wars: Eclipse, das 2021 angekündigt wurde und sich laut STJV in einer komplexen, teils festgefahrenen Entwicklungsphase befinde.
STJV zufolge liefen beide Produktionen zeitlich parallel und wurden unter ähnlicher Leitung vorangetrieben. Kritiker bemängeln, dass Quantic Dream es versäumt habe, Personal flexibel zwischen den Teams zu verschieben – ein Schritt, der nach Ansicht der Gewerkschaft hätte helfen können, Kapazitäten effizienter zu nutzen.
Die Gewerkschaft formuliert das scharf: Die Behauptung, Mitarbeiter aus dem einen Projekt könnten nicht für das andere eingesetzt werden, sei eine Missachtung ihrer Kompetenz und ein Zeichen für schlechte interne Planung.
Quantic Dream und NetEase haben sich zu den konkreten Vorwürfen bislang nicht geäußert. Das Studio betonte lediglich, dass die Arbeiten an Star Wars: Eclipse zunächst wie geplant fortgesetzt würden.
Was jetzt wichtig bleibt
Für Beschäftigte und Branchenbeobachter sind drei Punkte besonders relevant: die offizielle Personalplanung des Studios, die Finanzentscheidungen von NetEase und mögliche weitere Stellungnahmen der STJV. Klar ist: der frühe Abbruch eines Live‑Service‑Projekts wirft Fragen zur Produktionsführung und Risikosteuerung bei großen, langfristigen Spielen auf.
In den nächsten Tagen sind Aussagen von Betriebsrat und Geschäftsführung sowie mögliche Details zu Sozialplänen zu erwarten. Für Spieler endet die Frist mit dem Abschaltdatum am 19. Juni 2026 — für die Branche bleibt der Fall ein Indikator dafür, wie risikoreich das Live‑Service‑Geschäft weiterhin ist.











