5 Gründe für Musik Streaming Portale

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Spotify Apps
Spotify Apps

Musik Streaming Dienste gibt es mittlerweile fast wie Sand am Meer, einer der bekanntesten davon ist wohl derzeit Spotify. Eben dieser Dienst gerät immer wieder in die Schlagzeilen, weil sich manche Künstler durch die Streaming Anbieter zu schlecht entlohnt fühlen (dazu später mehr). Dennoch sind die Dienste bei vielen sehr beliebt, kann man doch überall so viel Musik hören wie man möchte und das zu einem relativ kleinen Preis oder gar ganz umsonst.

5 Gründe warum Streaming Dienste für DJs interessant sind:

1. hören vor dem Kauf
Man hat die Möglichkeit Songs und auch ganze Alben vor dem Kauf komplett durch zu hören.
Es sei jetzt dahin gestellt ob dies wirklich so sinnvoll ist. Schließlich geht man anders an ein gekauftes Album (egal ob digital oder auf physikalischen Datenträger) heran, als wenn man es sich “nur” mal eben streamt. Wenn ich an das Gefühl denke beim auspacken einer neuen CD, den Geruch vom Booklet oder dem ersten Nadel auflegen bei einer Vinyl. Egal wie man es macht, man muss sich Zeit nehmen neue Musik zu hören.
Dennoch hat man hier die Möglichkeit neue und alte Musiktitel komplett zu hören. Ich selbst höre mir vor allem Musik aus der kommerziellen Dance / Club Ecke und den Charts dort einmal komplett an, bevor ich für den Titel in einem online Shop oder im Plattenladen dafür Geld liegen lasse. Das geht natürlich auch auf den gängigen Video-Portalen, über die Musik Streaming Plattformen jedoch ohne lange Ladezeiten oder Ruckler bei der Wiedergabe.

2. immer aktuell bleiben
Ich habe leider nicht immer die Zeit am Radio zu hängen um die neuesten Songs zu hören – wenn diese denn überhaupt gespielt werden.
Alle Anbieter verfügen irgendwo über die aktuellen Charts, teilweise auch Genre spezifisch, z.B. die Black Charts oder R’n’B Charts. Weiter kann man Listen einsehen mit Songs die gerade aktuell viel gespielt werden und verpasst so keinen aktuellen Song. Was einem gefällt kann man sich direkt in eigene Playlisten speichern und später darauf zurück greifen (siehe nächster Punkt).

3. Ideensammlung & Denkzettel
Egal ob am PC, auf dem Smartphone, Tablet oder auch am neuen Smart-TV. Es gibt die Streaming Apps eigentlich für fast alle Geräte. Wenn eine Playliste erstellt ist kann diese auf sämtlichen Geräten abgespielt, verändert und mit Freunden geteilt werden. Oft nutze ich Spotify auch dazu Songs die ich eben im Radio gehört oder im TV gesehen habe schnell in einer “Denkzettel” Playliste zu speichern. Wenn ich mich dann später auf einen Abend vorbereite kann ich diese Liste einsehen und schauen was mir davon gefällt, evtl. kaufen und in meine Sets einbauen.

4. vernetzt neue Musik finden
Manchmal ist es nicht gerade einfach neue Musik zu finden, dabei ist es speziell über diese Plattformen im Prinzip nicht besonders schwer neue Musik zu finden. Freunden kann man dort folgen, einsehen was diese gerade gehört haben oder ihre Playlisten einsehen. Auch bieten die Streaming Dienste Playlisten aus vergangenen Jahrzehnten an und hat so die Möglichkeit noch ein paar Klassiker zu finden. Viele kleine Musik-Labels haben dort Playlisten mit aktueller Musik hinterlegt, manche Radio-Sender oder Zeitschriften bieten Playlisten zu bestimmten Themen an. So stößt man immer wieder auf neue Musik.

5. Empfehlungen und Playlisten teilen
Du bist als DJs für viele Freunde der Inbegriff für Know-How rund um die Musik, manchmal auch nur in deinem spezifischen Genre. Man muss auf den Streaming Plattformen lange nicht alles öffentlich machen, aber wenn dann sollte es Hand und Fuß haben. Schaut Euch daher auf jeden Fall die Privatsphäre Einstellungen des Streaming Anbieters an. Kein Mensch möchte meinen Verlauf sehen wenn ich in einer Stunde durch neue Musik zappe, da ist vieles dabei das ich a) nicht spielen möchte oder b) auch selber nicht mit in Verbindung gebracht werden will.
Mann kann aber gerne mal eine Playliste über andere soziale Netzwerke (deiner Facebook Seite, der Veranstaltungsseite oder deiner Homepage) teilen. So z.B. meine Top10 90s Trash-Hits vor einer 90er Party, deine All-Time-Techno Classix vor einem Abend im Club oder einfach ein paar Titel die Dir gerade sehr gefallen. Damit kannst du deinen Freunden oder “Fans” auf den sozialen Netzwerken Musik empfehlen und Vorfreude auf den nächsten Abend steigern.

Musik Streaming Anbieter
Musik Streaming Anbieter

Fazit
Im Prinzip gibt es da noch einige Punkte mehr, die ich jetzt aber nicht speziell der DJ Thematik zuordnen möchte. Für DJs sind in meinen Augen die oben genannten fünf Punkte relevant.
Alle Anbieter haben derzeit ein kostenloses Modell, welches vor allem durch Werbung und Werbeeinspieler finanziert wird. In meinen Augen ist es für die oben genannten Zwecke schon ausreichend. Ein Pro / Premium Abo welches bei ca. 10 € pro Monat liegt bietet einem die Möglichkeit Musik in besserer Qualität zu hören, einen offline Modus und erweitert den Dienst auf Endgeräten wie z.B. dem Smartphone oder Smart-TV (Preise und Funktionen je nach Anbieter unterschiedlich).

Musik Streaming Anbieter im Überblick

10 € im Monat?!
Da muss sich nun jeder selbst Gedanken machen ob es einem 120 € im Jahr Wert ist um diese Dienste zu nutzen (manche sind auch günstiger), die meisten sind jedoch monatlich kündbar oder bieten einem einen Testzeitraum für das Premium Abonnement an. Letztendlich darf man die Musik dort auch nicht öffentlich aufführen / zugänglich machen (mehr Infos dazu bieten die AGBs der einzelnen Streaming Anbieter).
Dazu muss man bedenken das die Auswahl an Musik zwar enorm groß ist aber einem lange nicht das volle Spektrum an Musik bietet. Viele kleine Labels und Newcomer sind dort nicht vertreten und manche Künstler (dazu unten mehr) sind mit dem Prinzip und der Vergütung der Musik Streaming Angebote nicht einverstanden.

Algoriddim djay 2.0 für Android
Algoriddim djay 2.0 für Android

Spezieller Mehrwert von Spotify für DJs
Dieser Anbieter ist bislang der einzige welcher es momentan geschafft hat sich direkt in eine DJ-Anwendung einzuklinken. Genauer gesagt trifft das auf die djay App von Algoriddim (iOS und Android) zu. Dort kann man direkt Songs von Spotify spielen und somit auf eine enorm große Menge an Musik zurück greifen. Für eine kleine private Feier zu Hause oder zum Üben mit der djay App ist das ausgezeichnet. Dazu ist Spotify wohl derzeit der Inbegriff für Musik Streaming Plattformen und am weitesten verbreitet.

Warum ich die Thematik aufgegriffen habe
Erst letzte Woche ist es wieder passiert das eine bekannte Künstlerin all ihre Inhalte (Musiktitel) von Spotify entfernen ließ. Es handelt sich hierbei um Taylor Swift, welche gerade in den USA überaus bekannt ist.

Spotify VS Taylor Swift (Bildquelle: www.929.com.au)
Spotify VS Taylor Swift (Bildquelle: www.929.com.au)

Dazu eine kleine Rechnung:
Spotify zahlt den Künstlern / Labels / Rechteinhaber pro Stream 0,7 Cent (USD) also $0,007 USD (derzeit in Euro ca. 0,0056 €). Bekannte Künstler wie Taylor Swift kommen auf gut 16 Millionen plays in 30 Tagen (Quelle: Spotify.com).
Das macht pro Tag (bei 30 Tagen für den Monat) an Einnahmen – allein durch Spotify – von ca. $3.733 USD was derzeit 3.010 € entspricht. Ohne dabei nur einen Finger krumm zu machen. Für manchen ist der Betrag ein Monatsgehalt, andere könnten damit die kompletten Kosten für ein ganzes Indie-Label einen Monat lang decken.
Dennoch fühlt sich die Künstlerin Taylor Swift hier zu schlecht entlohnt, klar steckt dahinter eine große Plattenfirma welche den Großteil davon kassiert, was Taylor Swift davon letztendlich auf ihrem Konto sieht steht in ihrem Platten-Vertrag. Das ganze macht aber auch deutlich um welche Summen es sich mittlerweile bei dem Streaming Angebot dreht. Von kleinen Nischen-Angeboten für Jugendliche kann hier schon längst nicht mehr die Rede sein.
Das Thema wurde in den letzten Jahren oft diskutiert, im Internet findet man dazu sehr viele gute Artikel (einfach mal suchen).

Weiter… Wenn man davon ausgeht das in einem online Shop für Musik ein aktueller Titel 1,29 € kostet und der Künstler umgerechnet 0,0056 € für einen Stream im Portal bekommt wären schon 229 Plays beim Streaming Anbieter notwendig um diese Einnahmen zu generieren. Ich berücksichtige jetzt mal nicht was letztendlich bei dem Künstler über den online Shop wirklich ankommt, da sehr oft der Shop selbst noch seine Kosten vom eigentlichen Verkaufspreis abzieht. Das sollte dich vielleicht doch dazu bewegen öfter mal einen Song direkt zu kaufen, anstatt ihn 50-mal zu streamen, dabei kann man den gekauften Titel auf fürs Auto auf CD brenne, aufs Handy spielen oder auch ganz einfach im DJ Set spielen.

Ich möchte jetzt hier nicht ein Fass aufmachen oder weit über das Thema hinaus schießen. Dennoch möchte ich anmerken das hier Künstler / Label / Rechteinhaber direkt entlohnt werden. Was eine wesentlich gerechtere Form darstellt als die derzeitige Ausschüttungsmethode bei der GEMA. Die Thematik wurde auf www.internet-law.de ganz gut erklärt.

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Jan Schmidt

Jan Schmidt

Herr Schmidt bei Müller & Schmidt
Bin der Autor und Gründer von Deejay-Basics.de.
Selbst stehe ich seit 2001 im mobilen Bereich hinter dem DJ-Mischpult, hauptberuflich jedoch Wirtschaftsingenieur. Deshalb mein großes Interesse an der Technik und technischen Spielereien rund um das Thema DJing. Speziell die Grundlagen liegen mir am Herzen.
Mit meinem Kumpel Patrick habe ich 2014 ein neues DJ-Projekt unter dem Namen "Müller & Schmidt" gestartet.
Jan Schmidt

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