Pioneer DJM-S9

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Neuer 2-Kanal Battle Mixer aus dem Hause Pioneer DJ, kürzlich zeigten wir noch einen Leak vor der eigentlichen Veröffentlichung und nun setzt Pioneer uns diese fette Scratch Toolbox vor die Nase. Bislang hatte Rane hier immer die Nase weit vorne wenn es um Scratch fähige Mischpulte mit Serato Interface ging. Mit dem Pioneer DJM-S9 wird die Luft aber etwas dünner für Rane.
Als erstes fallen direkt die bunten Performance Pads auf und trotz den gefühlten 1000 Funktionen wirkt die Oberfläche ganz aufgeräumt. Das Mischpult setzt voll auf die Integration in die Serato DJ Software und hat dafür auch einige dedizierte Bedienelemente erhalten.

Pioneer DJM-S9 Front
Pioneer DJM-S9 Front

Fangen wir mal an der Front an:
Selten hab ich ein DJ Mischpult mit nur 2 Kanälen gesehen das an der Vorderseite derart viele Bedienelemente hat, daher ist es Oben auch schön aufgeräumt. Hier sieht man auch gleich das sich noch ein Mikrofonkanal im S9 befindet welcher  mit Talkover Funktion, Echo, Bass und Höheneinstellung auftrumpfen kann und auch als AUX Eingang genutzt werden kann. Demnach müsste die richtige Bezeichnung für den DJM-S9 2+1 Kanal Mischpult lauten.
Rechts davon sind die Einstellungen für die Fader und den Crossfader. Der Clou ist das man neben der Faderkurve auch die Gängigkeit / Feeling des Crossfaders einstellen kann, so kann man selbst entscheiden wie leicht der magnetische Crossfader mit “Magvel” Technologie laufen soll. Die Linefader kommen mit einzeln anpassbaren Faderkurven Einstellung daher. Alle Fader lassen sich auch auf Reverse schalten.
Am rechten Rand findet man noch zwei Ausgänge für die Kopfhörer, einmal die große 6,3 mm Klinke und die kleinere 3,5 mm Klinke.
Die Front hat links und rechts zwei kleine Stoßfänger / Bumper, so werden die Bedienelemente etwas geschützt.

Pioneer DJM-S9 Rückseite
Pioneer DJM-S9 Rückseite

Werfen wir mal einen Blick an das Anschlussfeld hinten:
Kaltstromgeräteanschluss und ein Powerknopf, damit wäre das Gerät mit Strom versorgt.
Beide Kanäle haben einen Phono und einen Line Eingang, jeder Kanal hat zudem einzeln einen Masseanschluss für den Turntable. Der Phono Eingang lässt sich leider nicht auf einen Line Eingang umschalten.
Der Master Ausgang hat sowhl XLR Anschlüsse wie auch einen Cinch Ausgang. Das Booth Signal lässt sich separat an zwei 6,3 mm Klinken Anschlüssen ausgeben.
Dann haben wir noch fürs eben erwähnte Mikrofon eine Kombo Buchse die XLR oder 6,3 mm Klinke aufnimmt. Daneben der AUX Eingang der zuvor über einen kleinen Schalter aktiviert werden muss.
Ganz unten rechts sind gleich zwei USB Buchsen. An das S9 lassen sich somit direkt zwei Notebooks anschließen und gleichzeitig betreiben, intern sind laut Pioneer auch zwei unabhängig voneinander arbeitende Soundkarten verbaut. Eine durchaus tolle Möglichkeit um ein Backup zu betreiben oder den Wechsel zwischen den DJs zu erleichtern, auf jeden Fall eine sinnige Sache.

Pioneer DJM-S9
Pioneer DJM-S9

Von oben wirkt der neue Pioneer trotz extrem vieler Bedienelemente sehr aufgeräumt.  Vor allem sind die Fader nicht zwischen irgendwelchen Midi Elementen verbaut. Der Scratch DJ sollte also beim arbeiten nirgendwo ungewollt anstoßen.
Jeder Kanal hat neben dem klassischen 3-Band EQ auch ein bipolares Filter spendiert bekommen welches sich in verschiedene Filter FX Modi schalten lässt. Darüber noch die Trim / Gain Einstellung für jeden Kanal.
Die Performance Pads, Browse, Deck load und Loop Knöpfe sind für alle die bereits einen Controller der DDJ Serie unter den Fingern hatten quasi selbsterklärend. Schön finde ich das der Sampler noch einen Drehknopf für die Lautstärke erhalten hat.
In der Cue Sektion kann man neben den gewohnten Einstellungen für Lautstärke und Cue/Master auch das Verhältnis zwischen Kanal 1 und 2 Einstellen.
Neben den gewohnten Channel FX Effekten die man auf der linken Seite findet gibt nochmal extra Buttons um die Serato internen Effekte zu steuern. Um schnell und intuitiv mit den vielen Effektmöglichkeiten zu arbeiten hat Pioneer dem DJM-S9 einen Wippenschalter spendiert. Nach oben hält dieser den Effekt bis man den Schalter wieder in die Mittelstellung bringt. Kippt man den Schalter nach unten ist der Effekt nur so lange aktiv wie man den Schalter hält.

Fassen wir mal zusammen:
2+1 Kanal Battle Mixer mit doppelter Serato DJ Soundkarte, kann simultan an zwei Rechnern betrieben werden. Bietet neben gewohnten Pioneer Colour FX auch die Möglichkeit Effekte, Loops und Samples in Serato zu steuern. Die Fader lassen sich alle in der Kurve einstellen. Der langlebige magnetische Fader kann zudem in der Gängigkeit eingestellt werden. Das ganze in einem extrem aufgeräumten Layout.
Den großen Funktionsumfang lässt man sich bezahlen, der Preis für den Pioneer DJM-S9 wird mit satten 1.799 € angegeben. Lieferbar soll das Mischpult ab September 2015 sein.

Pioneer hat natürlich direkt ein kleines Werbevideo parat:

Technische Daten:

SoftwareSerato DJ
Input portsCD/Line x 2 (RCA), Phone x 2 (RCA)
MIC x 1 (XLR & ¼-inch TRS jack)
AUX x 1 (RCA)
Output portsMaster Out x 2 (RCA x 1, XLR x 1)
Booth Out x 1 (¼-inch TRS jack)
Headphone Monitor Out x 2 (¼-inch stereo jack, 3.5-mm stereo mini jack)
Other portsUSB x 2
Frequency response20 Hz ~ 20 kHz
Total Harmonic Distortion ratio0.005% or less
S/N ratio104 dB (PC)
Maximum dimensions
(W X D X H)
267 x 107.9 x 407.3 mm
Unit weight4.6 kg

 

Pioneer DJM-S9
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Jan Schmidt

Jan Schmidt

Herr Schmidt bei Müller & Schmidt
Bin der Autor und Gründer von Deejay-Basics.de.
Selbst stehe ich seit 2001 im mobilen Bereich hinter dem DJ-Mischpult, hauptberuflich jedoch Wirtschaftsingenieur. Deshalb mein großes Interesse an der Technik und technischen Spielereien rund um das Thema DJing. Speziell die Grundlagen liegen mir am Herzen.
Mit meinem Kumpel Patrick habe ich 2014 ein neues DJ-Projekt unter dem Namen "Müller & Schmidt" gestartet.
Jan Schmidt

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