Engine 1.5 im Kurztest

Test & Review / Software

Engine 1.5 im Kurztest: viele DJs die auf Denon Playern spielen warten schon lange auf die angekündigte Engine 1.5 Version. Denon DJ hat nun den Download für die neue Musikdatenbank Software freigegeben. Ein Kurztest soll zeigen was sich bei der Engine Software getan hat und was man zukünftig erwarten darf. Kurzerhand habe ich mal einen Blick drauf geworfen und geschaut wie sich Engine 1.5 im Kurztest auf meinem Win 10 64-Bit Rechner mit i7 Prozessor so schlägt.

Denon DJ Engine 1.5 - Firewall Einstellungen
Denon DJ Engine 1.5 – Firewall Einstellungen

Die Installation

Mit gerade mal knappen 10 MB Größe ist der Download schon sehr klein und geht daher sehr zügig. Bei der Installation wird neben der eigentlichen Software auch noch eine Microsoft  C++ 2013 (12.0.30501) Laufzeitumgebung auf 32 bit Basis installiert. Diese wird benötigt damit Engine auch unter Windows läuft. Installiert fasst Engine 1.5 gerade mal 23,4 MB plus 17,1 MB für die Laufzeitumgebung.

Erster Eindruck

Denon DJ Engine 1.5 - Datenbank finden
Denon DJ Engine 1.5 – Datenbank finden

Beim ersten Start fragt Engine nach einer Netzwerkfreigabe in der Windows Firewall. Die Konkurrenzsoftware von Pioneer tut dies ebenfalls. Die Ports werden  benötigt damit Engine später direkt via Lan mit dem DN-SC3900 und dem DN-SC2900 kommunizieren kann. Kurz darauf sucht die Software nach einer vorhandenen Engine Datenbank und fragt ob automatisch nach Musik auf dem Computer gesucht werden soll. In meinem Fall konnte ich beides verneinen, dennoch hat Engine ein paar Samples aus meiner DAW gefunden und importiert obwohl ich das nicht wollte. Kurz darauf finde ich mich auf der Benutzeroberfläche die sehr an Rekordbox erinnert wieder, man fühlt sich direkt zu Hause.

Denon DJ Engine 1.5 - Sound Einstellungen
Denon DJ Engine 1.5 – Sound Einstellungen

Kurz den ersten Track in den oberen Teil des Fensters gezogen wo der eigentliche Player platziert ist und stelle fest das der Sound unglaublich hinterher hängt, mit einer richtig fetten Latenz von mehr als einer Sekunde, so passen natürlich die bewegte farbige Waveform und der Ton überhaupt nicht zusammen – mein Fehler. In Engine kann man seine Soundkarte samt Latenz selbst wählen. Es war ein Standard “DirectSound” Treiber gewählt mit einer sehr großen Latenz. Dies lässt sich manuell schnell selbst einstellen, neben den DirectSound kann man auch einfach einen ASIO Treiber wählen. Über den Testton erkennt man ob der Treiber den Sound flüssig wiedergeben kann. Nachdem ich die Einstellung getätigt habe passen nun die Optik und der Sound zusammen.

Verwaltung im Mittelpunkt

Denon DJ Engine 1.5 - Cues und Loops
Denon DJ Engine 1.5 – Cues und Loops

Wie es auch beim Konkurrenten der Fall ist setzt die Software voll auf die Verwaltung der Musik und das hat Engine 1.5 im Kurztest problemlos gemeistert. Das erstellen, importieren und exportieren von Playlisten, Crates steht im Mittelpunkt. Zudem lässt sich noch der Tag einer Datei bearbeiten. In den Musikdateien kann man bis zu acht farbige Cues und Loop Punkte setzen. Die Waveform wird nun in Engine 1.5 farbig angezeigt, leider ist der Zoom-In beim gewählten Track begrenzt, hier wäre eine noch etwas größere Auflösung schön. Der Export einer Playliste und ein paar Crates auf einen USB Stick hat problemlos funktioniert.

Denon DJ Engine 1.5 - iTunes Ansicht
Denon DJ Engine 1.5 – iTunes Ansicht

Die Analyse der Musiktitel erfolgt einzeln, die Geschwindigkeit dabei ist in Ordnung. Dabei wird das Tempo wie auch der Key (Grundton) erkannt und später in der Datenbank in der entsprechenden Spalte angezeigt. Das hat Engine 1.5 im Kurztest gut gemacht, auf den ersten  Blick passt das Tempo und der Key ganz gut, das Grid lässt sich aber leider nicht variabel manuell setzen. Engine kann auch die Cues lesen welche mit Serato DJ gesetzt wurden, da Serato die Infos direkt in den Tag schreibt. Man kann ebenfalls mit Kommentaren arbeiten. Was ich etwas vermisse ist das setzen von Farben wie es z.B. bei Pioneer möglich ist was einem eine weitere Sortiermöglichkeit bietet, auch fehlt das Anzeigen von Bewertungen nach dem 5 Sterne System das ich bei meinen Titeln oft verwende.

Über einen Mausklick lässt sich auch die iTunes Mediathek anzeigen, leider auch nicht mehr. Um mit den Titeln zu arbeiten muss man sie in die Engine Datenbank über einen Rechtsklick importieren, das gilt auch für die iTunes Playlisten. Direkt in der iTunes Auswahl kann man die Titel lediglich anhören, jedoch keine Cues oder Loops setzen. Wie gesagt funktioniert aber der Import in Engine dann problemlos und man kann weiter arbeiten.

Engine 1.5 Kurztest Fazit

Minimale Dateigröße, unkompliziert im Gebrauch und auf die nötigsten Funktionen reduziert. Für mich sind die essentiellen Funktionen für DJs definitiv enthalten. In der Aufmachung nicht ganz so hübsch wie die Pioneer Software, erfüllt jedoch den Zweck voll und darauf kommt es ja schließlich an. Bislang muss die Engine Software lediglich drei Geräte füttern, den kommenden MCX8000, den DN-SC3900 und den DN-SC2900 Mediaplayer. Zum vorsortieren der Musik, Playlisten organisieren, aufbereiten der Tags, setzen von Cues und Loops ist die Software absolut ausreichend, dennoch fehlt mir noch die Spalte Bewertung oder Rating in den Tags. Engine 1.5 im Kurztest war stabiler als der Vorgänger, welcher bei mir regelmäßig abgestürzt war oder eingefroren ist. Davon ist nichts mehr zu spüren, die Analysen, setzen der Cues und das Exportieren erfolgten bei mir unter Windows 10 64-Bit ohne Probleme. Bislang ist Engine lediglich in englischer Sprache, jedoch erklärt sich die Software fast von selbst. Auch ein Handbuch im PDF Format findet man auf der Denon DJ Homepage.
Es wird sich zeigen wie zum Einen das Zusammenspiel mit dem MCX8000 ist und ob zum Anderen noch weitere Geräte folgen die mit der Engine Datenbank arbeiten können – schön wäre es auf jeden Fall.

Denon DJ Engine 1.5
Denon DJ Engine 1.5

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Jan Schmidt

Jan Schmidt

Herr Schmidt bei Müller & Schmidt
Bin der Autor und Gründer von Deejay-Basics.de.
Selbst stehe ich seit 2001 im mobilen Bereich hinter dem DJ-Mischpult, hauptberuflich jedoch Wirtschaftsingenieur. Deshalb mein großes Interesse an der Technik und technischen Spielereien rund um das Thema DJing. Speziell die Grundlagen liegen mir am Herzen.
Mit meinem Kumpel Patrick habe ich 2014 ein neues DJ-Projekt unter dem Namen "Müller & Schmidt" gestartet.
Jan Schmidt

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16 Gedanken zu “Engine 1.5 im Kurztest”

  1. Hey gibt doch ne Handbuch in englisch aber ich habs gefunden. Sonst klingt das ja schon mal gut. Das beziehe ich auf die Stabilität, das ja auch das dringendste was kommen mußte. Glaube jeder Denon User hatte bisher mehrere Wutanfälle, bei der alten Version. Hoffe jetzt wird dann auch weiter an der Software gearbeitet.

    • Hi AdsDISCOkid,

      ich hätte schon erwatet dass das Handbuch bei der Installation mit auf den Rechner kommt, PDF sollte ja mit drin sein. Aber du hast natürlich recht, man findet das Handbuch über Umwege auf der Denon DJ Homepage.
      Ich werde den Link im Artikel ergänzen.

      Viele Grüße,
      Jan

      Nachtrag: im Handbuch ist noch kein Wort vom MCX8000 zu lesen. Bin gespannt ob das so bleibt oder noch was nachgereicht wird.

  2. Es scheint, dass die Entwickler diese Version veröffentlich haben, ohne sie testen bzw. mit der Vorgängerversion verglichen zu haben.

    Zu einem ist die Farbwahl furchtbar, vorallem wenn man einen Track markiert und dieser bereits als gespielt markiert. Die gelb/grüne Schriftfarbe auf dem blauen Hintergrund ist in der Windows Version kaum zu lesen und lässt sich auch nicht einstellen.

    Desweiteren kann man den oberen Teil mit dem Cover und der Waveform nicht mehr ausblenden bzw. wird es auch nicht mehr ausgeblendet, sobald man die Player mit Engine verlinkt hat. In diesem Fall hat der komplette obere Teil keine Funtion mehr und wurde deshalb in der Vorgängerversion ausgeblendet bzw. es gab dafür sogar einen Button. Wenn dieser Bereich keine Funktion mehr hat, nimmt der obere Teil einfach sinnlos Platz weg, den man für die Tracklist benötigt. Vorallem bei einer 720p-Auflösung oder kleiner, merkt man das erheblich. Da nun auch die Schriftgröße erhöht wurde, was eigentlich ein Pluspunkt ist, hat man in dieser Version nun noch weniger Platz als bisher.

    Im Live-Betrieb macht diese Version für mich keinen Sinn und ich werde weiterhin Version 1.1.2 nutzen, solange Denon nicht nachgebessert hat. Lediglich beim Einsortieren neuer Tracks ist die neue Version hilfreicher, da sie nicht mehr so oft abstürzt aber für das, was diese Version geschaffen wurde, ist sie nicht zu gebrauchen.

    • Hallo Neralex,

      deine Kritik am neuen Layout ist absolut berechtigt. Nachdem man so lange auf eine neue Engine Version warten musste würde ich Dir vorschlagen das du Deine Kritik bzgl. des Layouts direkt nochmal an Denon sendest.
      Einer der Hauptgründe mit der 1.5 zu arbeiten ist einfach die Stabilität. Bislang hatte ich noch keinen Absturz.
      Wie ist das Zusammenspiel mit der alten Engine 1.1.2 und der neuen 1.5.? Sind die neuen analysierten Daten auch in der alten Version lesbar?

      Viele Grüße,
      Jan

    • Ich habe mich bereits am 08.10.2016 an Denon ge­wandt, via Formular auf der Website und auch via Facebook. Eine Rückmeldung über die Website bekam ich bisher nicht. Über Facebook empfahl man mir gestern die neue Version 1.5 zu installieren, obwohl ich einen Screenshot angehangen hatte, wo es ersichtlich war, dass es sich bei mir bereits um die Version 1.5 handelte. Ich habe zur Sicherheit auch die Setup.exe verglichen und auch nochmal installiert – exakt die gleiche Version vom 03.03.2016. Keine Ahnung, was das sollte.

      Version 1.5 nutzt und schreibt die gleichen analysierten Daten. Somit kann man problemlos mit beiden Versionen arbeiten. Version 1.5 wird auch in einem neuen Ordner installiert, so das die alte Version unangetastet bleibt. Ich hatte bei der alten Version die Crashs immer nur beim Einsortieren – genau dafür nutze ich jetzt die neue Version aber zum Mixen nutze ich weiterhin die VErsion 1.1.2, da sie deutlich übersichtlicher ist.

      Allerdings taucht der taucht der Fehler immer noch auf, wenn man einen Track löscht. “The operation can’t be completed the media’s remaining size is not enough or an unknown error occurred.” Diese Version ist sehr schlampig programmiert worden, wenn man sich bedenkt wie lange Denon brauchte, um sie an den Start zu bringen.

  3. Meine erfahrung mit der neuen Software sind eine Katastrophe! Der Grid wird 1:1 immer noch gleich schlecht erkannt bei der Software. Dazu kommt das analysierte BPM´s nicht mehr am Gerät angezeigt werden.
    Wenn man auf die alte Version Downgraded sind sämtliche Playlisten und Tracks nicht mehr Lesbar ( Buchstaben Wirrwar) Lasst die finger von der Software! Ich nutze ein Macbook und 2 Denon DN-SC 2900.

    • Hallo Loyd,
      das klingt sehr enttäuschend. Ich selbst konnte die Engine 1.5 nur auf Windows testen. Auch hier empfehle ich Dir die Kritik direkt nochmal an Denon zu richten, in diesem Fall muss die Software definitiv nachgebessert werden.
      Zum Thema Grid, diese waren in der Engine noch nie flexibel. Demnach hatte ich auch nicht erwartet dass dies zukünftig dynamisch erfolgen wird. Ich finde es nur schade das es eigentlich nicht viele wirkliche Erneuerungen gibt. Wie dein Vorredner schon schrieb, scheint es als ob es ein rein optisches Update ist. Hoffentlich bessert Denon DJ da nochmal nach.
      Grüße Jan

  4. Kürzlich hatte ich direkten Kontakt zu Denon DJ, die Probleme mit dem SC-3900 und SC-2900 sind bekannt. Man arbeite an einer Lösung sowie weiteren Funktionen für die nächste Engine Version. Wie lange das dauern wird ist mir aber nicht bekannt. Hier ein kurzer Auszug:

    Engine software in its current 1.5 top level version, as with all software is never a ‘final’ build – Engine is updated when better builds and bug fixes are needed, subsequently available immediately as a download to end-users. Future iterations of Engine however will bring even more exciting features. Regarding the BPM issues mentioned, these affected legacy Denon DJ units only (SC2900/3900), have been recognised and will be addressed, along with other feedback related issues on next release, available soon.

  5. Nach ausgiebigen testen kann ich auch nur sagen Denon 6 setzten, sagen. Wie schon erwähnt wird die BPM beim Player nicht mehr angezeigt und anscheinend nicht nur die Optische Darstellung. Sondern nicht vom Player gelesen wird. Autoloop kannst dadurch vergessen. Auch werden immer wieder Titel die auf dem Stick sind im Player nicht abspielbar.
    Auch bleibt es machmal hängen und Tracks werden entweder gar nicht am Player angezeigt oder man kann sie nicht anwählen..
    Da fragt man sich schon was das soll, so was auf den Markt zu schmeißen.
    Denon sollte schleunigs was nachlegen. Oder einfach bei Mixvibes anrufen die wissen wie man so ein Programm baut.

    • Habe nun auch schon vermehrt von den Fehlern gelesen. Für SC Nutzer wird es wohl besser sein bei der alten Version zu bleiben. Wie ich ja bereits geschrieben hatte weiß Denon DJ davon und arbeitet an einer Lösung.
      Leider müssen Denon Nutzer da die Latte etwas tiefer hängen, ich denke kaum das die finanziellen Mittel da sind um mit Pioneer gleich zu ziehen. Auf der anderen Seite verstehe ich es nicht warum die inMusic Group im DJ Sektor nicht eine große Marke etabliert, oder zumindest ein Software System das markenübergreifend arbeiten kann.

  6. Lange gestestet. Instabil,stürzt ständig ab. Zu viel Zeitaufwand wenn man mal über 400 Songs auf dem USB Stick hat. Verschiebt nach Lust und Laune Dateien selbst irgend wo hin. Ich rate dringends davon ab. Lieber mal nach Alternativen suchen.

    • Hallo Rainer,
      es ist sehr schade, dass deine Erfahrung mit Engine nicht so positiv waren. Vor allem, wenn man sich Technik kauft und sich auf ein neues System einlässt. Hast du deine Verbesserungsvorschläge, Kritik und Erfahrungen auch direkt an Denon DJ geschickt? Nur die können wirklich was an der Software verbessern, im Netz gibt es ja mehrere ähnliche Stimmen wie deine, ich bin gespannt wann eine verbesserte Version von Denon Engine kommt, die dann die Software stabiler macht und die Bugs beseitigt.
      Alternativen gibt es mittlerweile recht viele. Neben Pioneer DJs Rekordbox und Denon DJ Engine gibt es auch eigene Musikverwaltungssoftware von Gemini und von Reloop, das scheinen viele nicht zu wissen. Wobei man sagen muss, dass Pioneer die Nase sehr weit vorne hat und dann schon Denon mit Engine kommt.
      Beste Grüße,
      Jan

  7. HalloJan ,ich werde mal eine Liste erstellen und an Denon senden. Den auch der MCX8000 hat einige Schwächen im Livebetrieb. Z.B hängt sich das Gerät des öfteren auf. Oder wenn ich einen Song aus einem Crate geladen habe ist es nicht mehr möglich in die Gesamtübersicht zu kommen. Der mixer bleibt dann an diesem Ordner hängen. Da ich früher mi CDs aufgelegt habe, sind diese immer für solche Ausfälle dabei. Bei 5 Std. am Stück auflegen, ist es ab und zu eben nötig den MCX8000 neu zu starten. Ohne Alternative wäre man aufgeschmissen.

    Gruß Rainer

  8. Hi.Support wurde angeschrieben, nach Wochen noch keine Antwort. Das Teil wird verkauft an einen Hobbymusiker. Denom sollte sich schämen für solche Produkte.

    • Hallo Rainer,
      schade dass es Denon DJ nicht geschafft hat, dich mit der Engine Software glücklich zu machen. Ich lese häufig von Problemen mit Engine, von Leuten die versuchen es produktiv ins DJ Setup einzubinden. Es sollte ein Warnschuss für Denon sein.
      Wie geht es jetzt bei Dir weiter?
      Beste Grüße,
      Jan

    • Hallo Rainer,
      vielleicht hast Du die Flinte ein bisschen zu früh ins Korn geworfen. Mit Denons neuer Software Engine Prime soll alles besser werden und das hoffe ich auch für alle Engine 1.5 gebeutelten. Bislang habe ich noch nichts davon gelesen, dass die die älteren Geräte auch mit Engine Prime laufen. Infos zu Engine Prime gibts hier:
      https://deejay-basics.de/news/dj-software/denon-dj-engine-prime

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