Denon Conversion Utility – Umstieg von Rekordbox

News / DJ Software

Seit ein paar Wochen sind nun die neuen DJ Geräte der Prime Serie von Denon DJ auf dem Markt. Auch auf unserer Seite haben wir vorab relativ viel über den neuen SC5000 Prime Mediaplayer und das X1800 Mischpult berichtet. Denon DJ hat die neuen Geräte intensiv mit dem Spruch und Hashtag #ChangeYourRider beworben. Wie man in den sozialen Medien lesen kann, hat Denon einige bekannte DJs wie Oliver Heldens, Tiesto und Laidback Luke dazu bewogen auf die neuen Geräte zu setzen. Soweit so gut, jetzt wird sich einigen DJs die Frage stellen, was mache ich mit meiner lang erarbeiteten Musik Bibliothek? Ganz unabhängig auf welche Softwarelösung man bislang gesetzt hat, möchte man diese verlustfrei auf die neue Hardware portieren.

Bislang bietet Denon lediglich die neue Software Engine Prime an um Musikdateien für die SC5000 Mediaplayer aufzubereiten (ein Kurztest wird noch folgen). Immerhin kann Engine Prime Crates, Tags und gesetzte Cues sowie Loops direkt aus Serato DJ lesen. Verwendet man eine andere Software gibt es bislang keinen offiziellen Lösungsansatz, Denon DJ hat daher auch die Zusammenarbeit mit Rekordbuddy angekündigt, um ein Übertragen aus anderen Anwendungen möglich zu machen.

DeCU – Rekordbox zu Engine Prime umwandeln

In der Zwischenzeit hat sich der holländische DJ und Programmierer MixMasterG der Sache angenommen und auf eigene Faust ein kleines Tool für Mac Computer namens DeCU programmiert und steht für “Denon Conversion Utility”, um Daten aus Pioneer DJ Rekordbox zu Denon Engine Prime portieren. Das Projekt ist also eine reine Nutzerinitative und kein offizielles Tool von Denon DJ. DeCU ist nicht sein erstes Projekt, mit dem Traktor Tag Sync Utility und dem DJ Conversion Utility hat er bereits zwei ähnliche Projekte realisiert. DeCU greift auf die Rekordbox XML Datei zurück, welche in Rekordbox angelegt werden muss. Darin ist die komplette Bibliothek enthalten, Playlisten und Titel können 1:1 für Denon DJ Prime und den SC5000 nutzbar gemacht werden. Dabei werden auch Cues und Loops genau übertragen. In der Finalen Version wird DeCU ein durch Rekordbox erstelltest USB Medium und die Rekordbox XML Datei zu Engine Prime portieren können.

Einen ersten Blick durften wir in die Beta Version von DeCU werfen. Es ist nicht ganz einfach aufgebaut, der Ablauf erfordert zwischendurch das öffnen und schließen der Engine Prime Software, zudem muss man sich exakt an den Ablauf halten. Wer dem gewachsen ist erhält jedoch ein Abbild der Rekordbox Daten auf seinem USB Speichermedium, welches mit Engine Prime und dem SC5000 funktioniert. Um es verständlich zu halten hat MixMasterG neben einer ausführlichen geschriebenen Anleitung auch Videos als Tutorial gemacht, mehr findet ihr auf dem Youtube Kanal von MixMasterG. Es fehlt noch eine bessere Benutzeroberfläche (GUI), diese wäre neben dem komplizierten Ablauf ebenfalls noch ein Punkt.

Meinung & Fazit

Ja, ich hatte den SC5000 und auch den X1800 bereits auf der Musikmesse kurz unter den Finger und war auch stark beeindruckt. Einen Blog-Artikel wollte ich damals aber nicht auf die 30 Minuten Test schreiben. Die Kollegen von dj-lab.de haben hier schon ein paar Gründe erörtert, warum es Denon DJ eben doch nicht so leicht hat mit dem Rider-Wechsel. Erweitert dazu lässt sich noch sagen, dass die großen DJs eben keinen ganzen Abend spielen, sondern eben max. 2-3 Stunden, da lässt sich eine Setliste schnell erstellen. Club oder Mobil-DJs, welche einen ganzen Abend und in mehreren Genres unterwegs sind, haben es da schwerer und sind auf die vielen angelegten Listen angewiesen, welche mit viel zeitlichem Aufwand erstellt wurden. Was eben den Wechsel von Software zu Software sehr schwer macht. Die Hardware bekommen einige davon gestellt (sei es vom Veranstalter durch den besagten Rider oder eben von Denon DJ direkt). Andere DJs müssen sich gut überlegen, ob sich hier ein neues Investment wieder lohnt, zumal man auch mit neuer Hardware erstmal durchsteigen muss und am besten ein Setup zu Hause stehen hat um den Workflow zu üben. Hier hat Pioneer klar den Vorteil, dass die Rekordbox Software mittlerweile Hardware für Anfänger, Semi-Pros und auch Profis bieten kann. Denon greift mit Engine Prime direkt nach den ganz großen Sternen, vernachlässigt aber die Anfänger und Semis, welche kleineres Budget haben und teilweise mit eigenem Equipment zu den Gigs tingelt.

Viele DJs wurden mit Engine Prime überrascht, da es mit der alten Engine Version sehr problematisch war/ist ein stabiles Arbeitsumfeld zu bieten, was auch in den Kommentaren zum Kurztest zu Engine Prime zu lesen ist. Käufer eines MCX8000 warten noch auf die Einbindung des High-End-Standalone und Serato Controllers in Engine Prime, viele verkauften den MCX8000 wieder aufgrund der schlechten Engine Software. Die älteren Mediaplayer SC3900 und SC2900 werden wohl nicht mehr in die Gunst von Engine Prime kommen. Anfänglich hatte Denon DJ im neuen englischsprachigen Forum versprochen, dass auch Engine neben Engine Prime weiterentwickelt werden soll. Ob dem so ist, wird man erst im Laufe der Zeit sehen. Im selbigen Forum gab es vorab eine große Anzahl an Feature Requests, also eine Ideensammlung der Nutzer. Anstatt diese konstruktiv aufzunehmen wurden viele Punkte von den Moderatoren direkt abgelehnt und als Kritik bewertet, der Umgang dort mit dem Ideengold der Käufergruppe empfand ich als sehr schwach. Das sind Punkte, an denen Denon DJ sehr schnell arbeiten muss, um neue DJs als Kunden zu gewinnen und bestehende zu halten.

DeCU ist ein ambitioniertes Projekt und Denon wird auf kurz oder lang darauf angewiesen sein, dass sich Daten aus Rekordbox lesen oder importieren lassen. Klar kann man seine Titel auch relativ komfortabel in Engine Prime vorbereiten oder eben mit Serato arbeiten. Serato ist ja zudem im Prepare Modus ohne angeschlossene lizenzierte Hardware gratis und für jeden DJ nutzbar, somit hat man Serato und Engine Prime abgedeckt. Der Slogan von Denon DJ lautet jedoch nicht “arbeite mit Serato und komm trotzdem zu Engine Prime”, sondern eben #ChangeYourRider. Hier bietet Denon DJ keine Lösung an, um die heilige Datenbank eines DJs einfach mitzunehmen. Sollte DeCU eine vernünftige Marktreife erlangen, sehe ich hier definitiv Potential, dass noch mehr DJs auf Denons Prime Equipment umsteigen, oder diesem zumindest mal einen Versuch würdigen.

Nachtrag:

Nahezu zeitgleich mit der Veröffentlichung des Artikels hat uns MixMasterG geschrieben, dass das Denon Conversion Utility in Kürze käuflich zu erwerben ist. Der Preis soll zur Einführung bei 27,95 USD liegen, der reguläre Preis wird bei 34,95 USD liegen. Das DeCU wird offiziell über die Plattform Sellfy.com vertrieben.

Herstellerseite: DeCU Facebook Seite
Shop Seite: DeCU bei Sellfy.com kaufen 
MixMasterG: Facebook Seite

https://www.youtube.com/watch?v=4f5nYy1cQ8o

 

Ähnliche Beiträge:

Jan Schmidt

Jan Schmidt

Herr Schmidt bei Müller & Schmidt
Bin der Autor und Gründer von Deejay-Basics.de.
Selbst stehe ich seit 2001 im mobilen Bereich hinter dem DJ-Mischpult, hauptberuflich jedoch Wirtschaftsingenieur. Deshalb mein großes Interesse an der Technik und technischen Spielereien rund um das Thema DJing. Speziell die Grundlagen liegen mir am Herzen.
Mit meinem Kumpel Patrick habe ich 2014 ein neues DJ-Projekt unter dem Namen "Müller & Schmidt" gestartet.
Jan Schmidt

Letzte Artikel von Jan Schmidt (Alle anzeigen)

12 Gedanken zu “Denon Conversion Utility – Umstieg von Rekordbox”

  1. Ich habe schon hurra geschrien. Aber ich bin ein Winows user, oder louser? Wass kann ich tun um meine Rekordbox Verwaltung auf Engine Prime zu schaufel????

    • Hallo Philipp,
      für Windows gibt es derzeit keine Lösung. Du hast die Möglichkeit dir MacOS in einer virtuellen Maschine (z.B. VM-Ware) zu emulieren und über geteilte Laufwerke / Pfade die Daten zu ziehen. Ist jedoch recht aufwändig.

    • Vielen Dank Jan
      Das ist ne Idee. Am Mitwoch bekomme ich meine zwei Denon Prime Spieler aus Miami. Der Mixer komt 1-2 Wochen später, sind gerade aus gegangen. Kann man Pioneer Spieler mit Denon zusammen verwenden? Quantize usw?
      Odre versuche ich da Öl mit Wasser zu mischen?
      Mit meiner Musiksammlung werde ich wohl über iTunes emigrieren und die CUE points neu setzen müssen.
      Saludos aus Santiago.

    • Hallo Philipp,
      habe es selbst nicht getestet ob die Pioneer Player und Denon ihre Metadaten lesen und senden können. Pauschal würde ich behaupten, dass dies nicht geht. Die Struktur der Grids sind in Engine Prime anders dargestellt und aufgelöst, als es Rekordbox macht.
      Mit deinem Umweg über iTunes bekommst du auf jeden Fall deine Playlisten sauber in jede DJ-Anwendung, die Metadaten wie Grids, Cues, Loops, BPM und manche Tags werden dort aber nicht übertragen – sofern nicht in die Datei geschrieben (macht z.B. Serato).

      Wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß mit den neuen Playern! Lass mal was hören, wie sie Dir gefallen.

    • Prima, wenn der hisige Zoll mitmacht, habe ich die Denon Player morgen abend in meinen Händen. Dann kann ich auch meine nächste Frage beantworten, wie man 2 Plattensieler in einem mit nur einem Peach-Fader verwenden kann?
      Wegen der Metadaten, tut sowiso gut mal die Sammlung von Zeit zu Zeit durch zu kämmen und auszumisten.
      Ich melde mich wierde.
      Grüsse

    • Der SC5000 hat das sog. Dual Layer System. Das funktioniert ähnlch wie bei einem 4-Kanal Serato Controller, bsp. der MCX8000 oder MCX7000. Du wählst einfach den Layer aus. Alle Bedienelemete werden dann auf den anderen Layer bzw. das zweite virtuelle Deck im SC5000 geleitet. Mit dem Pitch ist es ganz einfach, du musst ihn an der Stelle wieder abholen, wo du ihn zuletzt auf dem Layer gesetzt hattest. Heißt auch, dass dieser nicht bei Layerwechsel einfach auf eine andere Pitch-Position springt. Einfach mal ausprobieren, ist wirklich intuitiv gehalten.
      Für jeden Layer hast du separat analoge Cinch- oder einen eigenen Digitalausgang.
      Schau es Dir einfach nochmal auf dem Datenblatt an: https://deejay-basics.de/news/technik/media-player/denon-dj-sc5000-prime

  2. Seit Dienstag hab ich sie. Brauche Depresiva oder einen Gesichtsjerurg der mir das dähmliche Grinsen :) so kann ich nicht auf die Strasse. Vorderer USB2 500mA aber der hintere USB3 mit 900mA, auch für dicke Laufwerke. Der nein Die Rechner fliegen! Im buraeu einen ausgepackt, habe einen von meinen DJ – Survival USB Sticks mit Recordbox, hier im Büro ausprobiret. Pro analysierte Minute mp3 weniger als eine Sekunde. Ich bin entzückt.
    Am Wochenende werde ich mal schauen wie gut sie mit meinem DJM2000 LAN mässig auskommen.
    Meld mich dann wieder.
    music is the most fun with clothing on

    • Hallo Jan und liebe DJs

      Ich versuche meine DJM2000 so schnell wie möglich los zu werden.

      DENON is back!!!!

      Kurz:
      Ihr drückt willkührlich irgend eine Efeckt Taste und es tönt genial!!!!

      Ich behaupte, die Dinnger denken voraus. Keine spürbare Verzögerung, Latenz.

      Kompackter als der Pioneer.

      Steileres und grösseres Display. Tutch etc. kennt Ihr ja.

      Die vier runden Beine sind Metall und nich Plastik!

      Geschrupptes, schwarzes Aluminium als Oberfläche!!!! Kein Plastick!

      Das Gehäuse aus oberflächen gumierten Kunststoff, wie die BMW Amarturen, Lenkrad. Beim BMW X6 2008 hielt es 4 Jahre, bis sich der Gummi vom Gebrauch ablösste. Mal schauen wie sich die SC5000 Prime meistern, wobei dies nur ein estätisches Thema ist.

      Plug and play. Ohne Engine verwendbar und geil. Der Hammer für improvisierende DJs, mit wenig Zeit. Man zieht die mp3 auf USB un los geht’s.
      Auch 128 kbs Dinger töhnen mit -20% Pitch noch gut. Der RMX und Mashup Traum!!!!

      Habe Engine noch nicht angefasst.

      Bin für 3 Wochen mit Kind und Kegel im Urlaub.

      Saludos
      Philipp

    • Hallo Philipp,
      mit deinem letzten Kommentar tu ich mich etwas schwer. Mich freut es erstmal, dass du die neue Denon Hardware gut findest, dass jedoch 128er MP3s noch “gut” klingen kann ich jedoch nicht mal im Ansatz unterstreichen. Hab mittlerweile alle CDs auf 320er MP3s eingelesen und schwenke langsam auf FLAC um. Selbst zwischen 128er und 320er MP3s liegen Welten an Sound, FLAC steht dabei jedoch außer Konkurrenz.
      Beste Grüße, Jan

    • Hallo Jan,
      Vielen Dank für den Anstoss. Engine Prime ist noch ausbaufähig. Als nicht Serator User und Windows Mensch wird mir es auch nicht gerade leicht gemacht. Ich neme den Umweg über iTunes.
      Mit Buchstaben in File und Datai Namen die ¨ ´ enthalten kommt Engine Prime 1.0 auf Windows zumindest nicht aus und zeigt die Stücke nicht an. Via drag and drop lassen sich die Stücke aus der Datai in den Engine Prime Player ziehen, analysiren und abspielen, aber nicht in Engine fest halten. Um meine Recordbox Ordnung nicht zu verlieren, habe Ich die Files kopiert und für Engine umgeschrieben. Ich hoffe auf Verbesserungen in de Zukunft, und vieleicht noch einen Editor.
      Zur Diskusion um Dynamik Verlust durch Kompression. Das Thema ist unumstritten. Und fallen in einem Studio mit HiFi Audio auch auf. Ab 96db in einem Club, Bar und erst recht im Freien, ist es relativ. Klassische Musik etc. hat seine Berechtigun. Bei meinen Gigs geht es darum dass die Ärmchen Alle oben sind und das Publikum eine Woche braucht um schich davon zu erholen. Ein Brett auf 128kbs kommt mit den SC5000 Prime +- 20% Pitch da noch gut rüber. Will ich die Kuh fliegen lassen und Beatport verkauft mir nicht das 320er MP3 file, weil ich mich in Chile aufhalte, tut es auch ein Youtube Raub auf 128er basis. In den frühen 80ziger machten wir Party mit Tapes und der gewünschte Effeckt wurde erzeugt, den Schraubenzieher am Tohnkopf, um das Beste aus den verschiedenen Bändern zu holen. Habt keine Angst vor stark kompremierten songs auf Euren SC5000 Prime. Das ist wie wenn ihr eine DVD mit einem DVD Player auf einem HD Fernseher anschaut oder die gleiche DVD mit einem Blueray Player. Der Blueray Player verbessert die Auflösung dank der Algorytmen und den Prozessoren. Das selbe machten die SC5000 Prime. Workout Mixer die sich einen Tennisarm Scratchen, bleiben lieber noch bei Pioneer, die SC5000 Software hat nur in diesem Bereich noch Nachhilfe nötig. Die SC´s Feachers sind fenomenal und geben Euch mit den Slices und Rolls die Efeckte wie sie Carl Cox und Co. mit ihren Spielzeugen schon lange haben.
      Liebe Grüsse an Alle.

    • Hallo liebe Freunde
      Ich habe gerade das erste SC5000 PRIME Update, Firmware Updater 1.0.2 gemacht. Nun lässt sichdamit Scratchen wie im Himmel.
      Beim Updaten des X1800 Prime Mixers mit meinem Windows 10 computer blieb ich hängen und der Mixer lief nicht mehr. Um meinen gestrigen Gig zu machen habe ich den alten Pioneer DJM2000 (nicht nexus) rausgefummelt und die Lankabel der Prime Player über ihn angeschlossen und konnte mit einem Pendrive beide Player füttern.
      Heute habe ich im Denon Forum kundig gemacht wie ich den Denon DJ X1800 Prime Driver 1.0.3 doch noch in den X1800 mit meiner Windows 10 Krücke, reingewürgt bekomme. http://denondjforum.com/t/new-firmware-for-x1800-mixer-and-sc5000-media-player/5973/3
      C:\Program Files (x86)\Denon DJ\X1800 Firmware Updater\STM32
      Double click the Denon DJ X1800 Firmware Updater2 application.
      Jetzt fehlt nur noch das Engine Prime Update.
      Saludos an Alle

Schreibe einen Kommentar