AKAI AMX & AFX (modulare Serato Controller)

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AKAI AMX & AFX
AKAI AMX & AFX

AKAI hat im August 2014 zwei modulare DJ Controller, den AMX und AFX, für Serato DJ vorgestellt. Nun ist die Marke AKAI nicht gerade berühmt für DJ Hardware da diese beiden Controller die ersten im Programm von AKAI sind. Jedoch ist AKAI durch die MPC Serie ein Schwergewicht wenn es um Drumcomputer geht, auch bei Nutzern der Ableton Software hat man sich durch die APC Controller Serie einen Namen gemacht.
DJ Controller gibt es nun fast wie Sand am Meer, warum nun der AMX und AFX für DJs durchaus interessant sein könnten oder nicht möchte ich nun kurz umschreiben.

 

AKAI AFX – Dann möchte ich mal mit dem “kleineren” der beiden Controller anfangen, obwohl beide die identische Abmasse haben. Im Grunde ist dieser ein kleiner FX Controller für ein oder mehrer DJ-Decks in der Serato DJ Software. Erst kürzlich wurde hier über den Reloop Neon geschrieben  und auch der Pioneer DDJ-SP1 ist ein direkter Konkurrent zum AFX von AKAI die ihm in daher sehr ähnlich sind.

Was hat AKAI hier anders, besser oder schlechter als die Konkurrenz gemacht?

Grundsätzlich kann man mit einem AFX bis zu 4 Decks in Serato DJ steuern, was ich sehr gut finde. Dazu gibt zwei Knöpfe um zwischen den Decks zu springen. Jeweils einer um zwischen Deck 1/3 zu schalten und einen um zwischen Deck 2/4 zu wechseln. Dazu wird das neue Feature “Flip” von Serato über zwei separate Knöpfe direkt unterstützt, mann muss hier keine extra “Flip” Erweiterung($29 USD) bei Serato kaufen. Auch ist die Effekt Erweiterung “Back Pack FX” ($19 USD) direkt enthalten. Was gesamt schon einen Mehrwert von $48 USD ausmacht. Man muss dennoch bedenken, das der AKAI AFX keine Musik über Serato DJ wiedergeben kann, dazu braucht es weitere Hardware.

AKAI AFX
AKAI AFX

Das Format und die Aufteilung der Bedienelemente lies mich erst etwas stutzig werden. Erst bei genauem betrachten sah ich das hier nicht 3 EQs + Gain angeordnet sind, sondern 2 Effektbänke die sich jeweils Deck 1 bis 4 zuweisen lassen. Erst komisch, dann gut – somit kann ich diesen kleinen Controller auch z.B. in Virutal DJ oder Traktor für ein ganz anderes Layout mappen, wenn ich das denn möchte. Es steigert die Einsatzmöglichkeiten des kleinen Controllers.

Der Controller kommt auch recht farbenfroh daher, die Bedienelemente sind alle beleuchtet, was die 8 anschlagdynamischen RGB-Pads an der unteren Seite der Bedienoberfläche unterstreichen. Natürlich werden dadurch die bereits etablierten Loop, Slicer und Sampler Funktionen von Serato gesteuert. Durch die Farben lassen sich z.B. in Serato DJ unterschiedliche Cue Punkte farblich markieren und die Pads leuchten dann in der entsprechenden Farbe.

Super… Zwei Dinge die die Konkurrenz nicht hat

  • Touch-Strip: um in einem Lied zu suchen, den Pitch zu ändern und zwischen den S-FX Bänken – also dem Sampler – zu wechseln. Ist Shift gedrückt, kann man mit diesen Tasten unterhalb des Touch-Streifens zwischen den verschiedenen DVS Modi Absolute (ABS), Relative (REL) und Intern (INT) schalten.
  • Push-Encoder mit LCD-Display: natürlich haben auch die anderen einen Push-Encoder, jedoch kein kleines zweistelliges und beleuchtetes LCD-Display darüber. Damit lassen sich Paramter wie z.B. die Loop-Länge visualisieren und ersparen einen den Blick auf den Rechner. Man kann also die Loop-Länge zuvor einstellen und den Encoder drücken, hat so den Loop in gewünschter Länge und kann diesen nachträglich in der Länge verändern.

Nich so doll… Was im Vergleich zu den beiden Konkurrenten von Pioneer und Reloop ins Auge sticht ist das “Hochformat” des Controllers und habe es oben schon einmal angesprochen, die anderen setzen hier auf ein Querformat. Das Hochformat könnte problematisch werden wenn ich den kleinen AFX auf einen Ständer vor meinem Platten- oder CD-Spieler aufbauen möchte. Kleine Knöpfe sind dann nicht mehr so gut erreichbar wenn davor ein großer Poti ist und die Beschriftung ist dann quer – das Layout ist eben auf Hochformat ausgelegt.

Somit sehe ich den AFX eher zwischen den Tellern und nicht direkt darüber, selbiges wird auch so von AKAI über die Produktfotos suggeriert.

Wo ich gleich beim zweiten Punkt, der Bauhöhe, bin. Nun gibt es da zwei Ansichten, man findet es toll einen relativ flachen Controller zu haben da er gut in die Tasche passt oder man mag es lieber etwas höher. Plattenspieler haben eben eine gewisse Bauhöhe, welche auch von den gängigen CD-Spielern und Mischpulten der Marke Pioneer mehr oder weniger vorgegeben wird. Ein solcher Controller liegt dann meist etwas verloren und zu tief zwischen dem Rest des Equipments – mich stört das zumindest. Ohne einen kleinen Stand oder eine Erhöhung die man sich dann entweder basteln oder kaufen muss ist das ganze meist nicht praktikabel (siehe NI Traktor Kontrol Z1, X1 und F1 oder auch den Allen & Heath Xone K1 oder K2).

 

AKAI AMX
AKAI AMX

AKAI AMX– Wenn ich jetzt sagen, einen solchen Controller gab es bislang nicht, müsste ich selbst kurz nachdenken und komme zum Schluss: das ist auch so. Einen reinen 2-Kanal Controller mit Serato DVS zertifizierten Soundkarte gab es bislang nicht auf dem Markt! Die Software Serato DJ kommt schon mit dem Gerät mit und braucht auch um Timecode zu Nutzen keine weiteren Software-Erweiterungen. Die DVS Erweiterung zu Serato DJ kostet aktuell alleine schon $99 USD und ist beim AMX schon dabei!

Das kleine Gerät bietet also in der integrierten Soundkarte 2x Stereo Input für DVS und 1x Stereo Out für den Master auf der Rückseite an und einen 3,5 mm Kopfhörer Ausgang an der Vorderseite. Wahlweise kann man die zwei Stereo-Inputs unabhängig voneinander noch von Phono auf Line umschalten, damit steht einem frei ob man CDs oder Vinyl als Timecode Medium nutzen möchte.
Daher habe ich zuvor den AFX als den kleineren Controller der beiden bezeichnet, obwohl dieser mehr Bedienelemente bietet aber keine Soundkarte bietet und somit Sound-Wiedergabe.

Das Layout ist in meinen Augen ein sehr übersichtliches und schlüssiges 2-Kanal Konzept, das Highlight ist in meinen Augen der integrierte kontaktlose innoFader der auch voll in Faderkurve + Reverse einstellbar ist.
Der Kanalzug mit Gain, EQ und Filter in der für DJs gängigen Anordnung (über das Für und Wider eines bipolaren Filters lässt sich streiten). Dazu sind in der Mitte noch die rudimentären Transportfunktionen Play/Pause, Cue und Sync (ja ich zähle das Mittlerweile dazu) schön untergebracht. Oberhalb der Transportsektion findet man noch einen Drehencoder für den Pitch, ob und wie man damit sauber arbeiten kann müsste ein Praxis-Test zeigen – vorab bin ich dem gegenüber etwas skeptisch. Dazu gibt es noch Encoder um durch die Musiksammlung zu scrollen und Knöpfe um den gewählten Titel ins Deck zu laden.

Der AMX bietet “nur” einen Stereo-Cinch Ausgänge was die Verkabelung des Controllers direkt an eine PA schwierig macht. Hier ist ein XLR Anschluss nötig, was im Ernstfall bedeutet das man ein zweites Mischpult zwischen den AMX und die Anlage klemmen muss.

Der Anschluss an den Rechner erfolgt wie auch beim AFX über einen USB Anschluss, kann man gut finden, muss man nicht. Beide Controller setzen auf einen einzelnen USB Anschluss ohne weitere Stromversorgung, auch das ist ggf. kritisch zu sehen. Generell eine Gute Idee, spart man sich schon mal je Kontroller ein Strom Kabel. Was aber im Gegenzug bedeutet das man bei einem klassischen 2 Deck Setup mit 1x AMX + 2x AFX gleich drei USB Ports belegt. Möglich wäre auch ein Setup mit 2x AMX + 4x AFX, würde dann 6 USB Anschlüsse benötigen – was nur die wenigsten Notebooks heutzutage bieten. Hier muss man dann schon einen aktiven USB Hub mitbringen, welches wieder ein USB Kabel und einen Strom-Steckplatz mehr bedeutet. Generell hat hier Reloop mit der Link Funktion des Neon gut vorgelegt und gezeigt wie es gehen kann.

Volle Grüße, voller Spaß – oder leider doch nicht. Die Bauhöhe hatte ich ja schon angesprochen. Was im Prinzip auch für die Länge des Controllers gilt. Ein klassisches Mischpult im 12″ Formfaktor hat eine Länge von 38,1 cm, der Controller ist jedoch nur 25,6 cm lang. Was im Rückschluss bedeutet, dass die Bedienelemente näher beinander sind als man das von einem normalen Mischpult kennt. Diesen Fehler machen meiner Meinung nach viele Hersteller, einzig A&H hatt hier mit dem Xone K1 und K2 den Nagel auf den Kopf getroffen und zumindest bei der Länge des Geräts alles richtig gemacht. Man kann die Größe des Controllers sehr gut auf einem Video bei der BPM Messe 2014 von digitaldjtips.com sehen und ins Verhältnis setzen.

Eher was für zu Hause… Meiner Meinung nach hat hier AKAI gute Ansätze aber kein schlüssiges Gesamtkonzept.

Beide Controller zielen voll auf den Gebrauch mit Timecode ab, aber…
Der AFX kommt im Hochformat daher, mit dem man zwar 4 Decks steuern, kann ihn aber nicht gut am DJ-Arbeitsplatz unterbringen.
Zwei DVS Eingänge bietet der AMX, ist aber ein reiner Controller, Stand-Alone ohne Rechner daher nicht zu nutzen und hat auch keine XLR Anschlüsse als Ausgang. Ebenfalls fehlt ein Mikrofoneingang am kleinen AMX um ihn ggf. bei einer Party für kleine Durchsagen zu nutzen.
Wozu dann auch vier Decks über einen AFX triggern wenn man mit dem AMX nur zwei Kanäle mischen und ausgeben kann? Modular mag ja jetzt ein neues Schlagwort im DJ Bereich werden aber da passen die zwei nicht zu 100% zusammen.
Einzeln bieten die Geräte in meinen Augen ein doch sehr großen Funktionsumfang an.

Daher komme ich zum Fazit, dass diese Controller eher für den Heimgebrauch gedacht sind. Ich kann mir gut vorstellen einen oder zwei AFX und einen AMX in Verbindung mit zwei Plattenspielern zu nutzen. Schließlich bekommt man für so schmales Geld keine Timecode Lösung für Serato DJ, für Anfänger die schon Platten- oder CD-Spieler haben also auf jeden Fall eine Überlegung wert! Generell würde ich dann noch eine kleine Halterung bauen, um die Controller auf die selbe Arbeitshöhe wie die Plattenspieler zu bringen.

Erhältlich sollen die zwei neuen Controller von AKAI im Fachhandel ab Mitte November 2014 sein.
Der 4 Deck Effekt Controller AKAI AFX liegt bei 179,00 €.
Der 2-Kanal DVS Controller AKAI AMX soll 229,00 € kosten.

Weitere Infos findet ihr auf der Homepage von AKAI

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Jan Schmidt

Jan Schmidt

Herr Schmidt bei Müller & Schmidt
Bin der Autor und Gründer von Deejay-Basics.de.
Selbst stehe ich seit 2001 im mobilen Bereich hinter dem DJ-Mischpult, hauptberuflich jedoch Wirtschaftsingenieur. Deshalb mein großes Interesse an der Technik und technischen Spielereien rund um das Thema DJing. Speziell die Grundlagen liegen mir am Herzen.
Mit meinem Kumpel Patrick habe ich 2014 ein neues DJ-Projekt unter dem Namen "Müller & Schmidt" gestartet.
Jan Schmidt

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